Internet-Apotheke Nationales Recht ist vorrangig

Doc Morris darf keine Bayer-Medikamente mehr in Deutschland vertreiben.

Frankfurt - Der Streit um die niederländische Internet-Apotheke 0800 Doc Morris hört nicht auf. Von Gericht zu Gericht führt der steinige Weg durch Deutschland, um vielleicht doch noch hier zu Lande Mmedikamente über das Internet vertrieben zu dürfen.

Nun hat das Frankfurter Landgericht am Mittwoch entschieden, dass Doc Morris keine Medikamente der Firma Bayer Vital GmbH in Deutschland vertreiben darf.

Die Richter der zwölften Kammer für Handelssachen entsprachen damit dem Antrag des Pharma-Unternehmens, den gewerbsmäßigen Versandhandel für Medikamente der Bayer-Gruppe zu untersagen. Die Richter stützten ihre Entscheidung darauf, dass nach deutschem Recht der Versand von Arzneien außerhalb von Apotheken generell nicht erlaubt ist. Dabei sei es unerheblich, dass nach EU-Richtlinien Ausnahmevorschriften existierten. Die Bestimmungen des nationalen Rechts seien vorrangig und EU-Regelungen hätten demgegenüber zurückzustehen, so die Richter.

Das Frankfurter Landgericht hatte bereits im November 2000 eine einstweilige Verfügung gegen den Vertrieb von Doc Morris Medikamenten zum Schutze der Verbrauer erlassen. In diesem Verfahren hatte die Bundesvereinigung deutscher Apothekerverbände geklagt.

Hintergrund dieser gerichtlichen Auseinandersetzung war das Angebot der Online-Apotheke, den Krankenkassen in Deutschland einen Rabatt von im Durchschnitt rund 20 Prozent zu gewähren. Gegen diese Entscheidung war Doc Morris in Berufung gegangen. Mit einer Entscheidung darüber wird im Juni gerechnet.

Im Januar hatte sowohl das Stutgarter Landesgericht zugunsten von Doc Morris entscheiden. Gegen die in den Niederlanden ansässige Internet-Apotheke war Europas größter Pharmahändler Gehe AG in Stuttgart vorgegangen.

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