Mobiles Internet Lasst Wildwuchs zu

Bisher ein Verlustgeschäft - die Mobilfunkbetreiber stehen sich aber dabei selbst im Weg.

Köln - Mobil Commerce, der Handel über den Mobilfunk, wird in den nächsten fünf Jahren im Privatkundenbereich keine Gewinne abwerfen. Zu dieser Einschätzung kommt Bettina Horster, Vorsitzende des Arbeitskreises Mobile Commerce im Verband der deutschen Internet-Wirtschaft Eco - Electronic Commerce Forum.

Nennenswerte Gewinne können der Expertin zufolge ausschließlich im Business-to-Business-Markt, also mit Geschäftskunden, erwirtschaftet werden. Unternehmen mit Schwerpunkt auf den Privatkunden müssten zunächst mit hohen Anlaufverlusten rechnen.

Kontrolle stößt ab

Dabei stehen sich die Mobilfunkbetreiber nach Einschätzung von Horster beim Erfolg vom Mobile Commerce derzeit selbst im Weg. Um bei der Wertschöpfung mitzuverdienen, versuchten die Betreiber, unabhängige Portale, Content Provider und Softwarehäuser von ihren Kunden fernzuhalten und kontrollierten den Zugang. "Das wäre ungefähr so, als wenn im Internet ein Internet Service Provider auch alle Seiten und Anwendungen kontrollieren wollte, die seine Kunden aufrufen und nutzen", sagte Horster.

Das Internet ist der Expertin zufolge nur deshalb so stark gewachsen, weil die Zugangsbetreiber die Inhalte nicht kontrolliert hätten. "Die Netzbetreiber würden sich und der gesamten Branche einen Riesengefallen tun, wenn sie im mobilen Internet einen ähnlichen Wildwuchs wie im stationären Internet zuließen und sich ausschließlich auf das Netz und den Zugang konzentrierten", sagte Horster.

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