RTL Newmedia RTL Newmedia mit Verlust zufrieden

Die Internettochter sieht sich in guter Ausgangsposition und will zu einem führenden Entertainment-Portal werden.

Köln - Die RTL-Tochter RTL Newmedia zeigt sich zufrieden mit einem Verlust von 52 Millionen Mark (26,6 Millionen Euro) vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Bei der Vorlage der ersten Bilanz erklärten Geschäftsführungsvorstand Thomas Hesse und Geschäftsführer Hans Mahr am Mittwoch in Köln, der Verlust halte sich in überschaubaren Grenzen. RTL werde sogar nur mit 28 Millionen Mark belastet, da 24 Millionen Mark für Werbezeiten und aus Erlösen an die Muttergesellschaft zurückgeflossen seien.

Das vor rund einem Jahr gegründete Unternehmen RTL Newmedia bündelt die Aktivitäten der RTL-Gruppe im Internet und neue Angebote wie Dienste für das Mobiltelefon oder im künftigen interaktiven Fernsehen. Ferner gehört die Weitervermarktung von Marken und Inhalten des Senders - zum Beispiel durch Spiele und Schallplatten, Teletext und Telefonmehrwertdienste - dazu.

Schwarze Zahlen erst in drei bis vier Jahren

Mit rund 200 Mitarbeitern erzielte RTL Newmedia im ersten Geschäftsjahr einen Umsatz von rund 90 Millionen Mark. Die Verluste werden mit Investitionen in künftige Angebote und Produkte erklärt. Schwarze Zahlen seien erst in drei bis vier Jahren zu erwarten.

Die Zeiten im Internetgeschäft seien zwar nicht einfach, bedeuteten aber eine Chance, erklärte Mahr. Jetzt trenne sich die Spreu vom Weizen. RTL Newmedia werde in einem seriöser gewordenen Umfeld künftig an vorderster Front dabei sein. Hesse und Mahr verwiesen darauf, dass das Entertainment- und Informationsportal von RTL seit September die Nummer eins des deutschen Online-Marktes sei.

Für künftige Entwicklungen, die in den nächsten Jahren durch breitbandigere Internetanschlüsse, interaktives digitales Fernsehen und den neuen Mobilfunkstandard UMTS möglich werden, sieht sich RTL Newmedia in einer hervorragenden Ausgangsposition. Das Unternehmen setzt auf breiteste Vermarktung aller Inhalte in sämtlichen verfügbaren Medien.

Dazu gehört das Spiel zur Fernsehserie oder zur erfolgreichen Quizshow "Wer wird Millionär" ebenso wie die CD von Big-Brother-Kandidaten oder die Vermittlung von Reisen zum nächsten Renntermin der Formel 1. Beim interaktiven Fernsehen werde es beispielsweise in wenigen Jahren möglich sein, direkt an Quizsendungen teilzunehmen, sich alte Soap-Folgen anzuschauen oder während eines Formel-1-Rennens mit Niki Lauda zu chatten.

Die Zukunft ist interaktiv

Daneben treten eigene Internetangebote wie Wetter.de oder ein Spielekanal. In den nächsten Wochen soll ein nach eigenen Bedürfnissen maßgeschneidertes Angebot für die Inhalte des RTL-Portals dazu kommen. Über 80 Partner liefern Inhalte für die Angebote von RTL Newmedia, darunter die Bertelsmann-Gruppe, zu der RTL gehört, der Deutsche Fußballbund oder der Erotikversand Beate Uhse.

Die Zukunft gehört nach Einschätzung der RTL-Newmedia-Macher den interaktiven Angeboten, ob über das Internet, Kabelfernsehkanäle oder das Handy. Dazu gehören, sobald die breitbandige Technik verfügbar wird, auch jederzeit abrufbare Filme und Bezahlangebote. Ein erster Prototyp für Fernsehen auf Abruf soll zur Internationalen Funkausstellung im August in Berlin vorgestellt werden. Und auch die Übermittlung von Torszenen aus der Fußballbundesliga als Bewegtbild auf das UMTS-Handy gehört zu den Visionen der Macher.

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