Surfen per Handy Nutzer fragen sich: "Was soll das?"

Mobile Web-Nutzung gilt als Markt der Zukunft. Bislang zu unrecht, befindet eine Studie.

Hamburg - Mit mobilen Kommunikationsgeräten wird bislang kaum im Internet gesurft. So lautet das Resultat einer Untersuchung der Unternehmensberatung Accenture.

Befragt wurden Besitzer von netzfähigen Mobiltelefonen und anderen schnurlosen Kommunikationsgeräten in Deutschland, Großbritannien, Finnland, Japan und den USA. Der Untersuchung zufolge loggen sich nur 15 Prozent der Besitzer solcher mobilen Geräte ins Web ein.

Japaner haben die Nase vorn

Allerdings variieren die Nutzerzahlen in den einzelnen Ländern gewaltig. Spitzenreiter Japan lässt die westlichen Nationen in der mobilen Internet-Nutzung weit hinter sich: 81 Prozent der Besitzer von Web-"Gadgets" surfen Accenture zufolge im Land der aufgehenden Sonne auch mobil. 72 Prozent gehen dabei über ein Handy ins Netz. Im Vergleich dazu nutzen im Cyber-Mutterland USA gerade mal sechs Prozent der Eigner von Web-fähigen Mobiltelefonen ihre Geräte als Internet-Zugangsplattform.

Der durchschlagende Erfolg mobiler Internet-Services in Japan - allen voran des "i-mode"-Dienstes von Mobilfunkmarktführer NTT DoCoMo - mache deutlich, welch enormes Potenzial im Markt für den mobilen Internet-Zugang stecke, erklärt Richard Siber, Partner Communications and Hightech bei Accenture.

M-Shopping bislang ein Flop

Bislang allerdings findet vor allem auch M-Shopping, eine der meistgepriesenen Einsatzmöglichkeiten mobiler Netzgeräte, noch kaum Anklang: Weniger als ein Prozent der befragten User kaufen der Untersuchung zufolge online via Mobilgerät ein.

Japan muss sich dabei überraschenderweise mit sieben Prozent weit hinter den USA einreihen, die trotz weniger Nutzer mit zwölf Prozent die meisten mobilen Online-Shopper stellen. In Deutschland shoppen bislang neun Prozent mobil im Netz, in Großbritannien sind es sechs und in Finnland fünf Prozent.

Mobiles Surfen zu teuer und zu langsam

Das Gros der Befragten erklärte, auf Grund zu hoher Zugangskosten, schwerer Lesbarkeit auf den Mini-Bildschirmen und zu langsamer Übertragungsraten nicht über mobile Geräte im Web zu surfen.

Über die Hälfte der Respondenten aus den USA, Finnland und Großbritannien gab als Hauptgrund an, bislang "keinen überzeugenden Grund" zu sehen, sich mobil einzuloggen. "Offensichtlich ist es derzeit einfach noch weitaus bequemer, über Personal Computer online zu gehen", erklärte John Beck von Accenture Institute for Strategic Change.

Silvia Kling

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