eBay Die Kulturszene ist entsetzt

Die Versteigerung von Aktfotos der Marilyn Monroe beschert dem Auktionator heftigen Ärger.

Palo Alto/New York - Um die geplante Versteigerung früher Aktfotos von Amerikas Sex-Ikone Marilyn Monroe ist ein heftiger Streit entbrannt. Der Internet-Auktionator eBay.com will die Fotos im März mitsamt Negativen und Verwertungsrechten online anbieten und schätzt ihren Wert auf wenigstens 2,1 Millionen Mark.

Mit den Rechten könnten die Nacktbilder der Monroe auf rotem Samt beliebig für jede Art von Werbung eingesetzt werden, sagt Anbieter James Kelley. Er ist der Sohn des gleichnamigen Fotografen, der die Bilder 1949 geschossen hatte.

Kunstexperten sind entsetzt und wollen gegen die Auktion zu Felde ziehen, wie das Museum of Modern Art (MoMA) in New York am Samstag bestätigte. Andere warnen, dass die Aufnahmen ohne ausdrückliche Genehmigung der Erbengemeinschaft nicht verwendet werden dürften.

Die Monroe hatte sich 1962 das Leben genommen. Ihr Nachlass und damit das Recht, über ihren Namen und Fotos zu verfügen, gingen an den Schauspiellehrer Lee Strasberg und das Anna-Freud-Zentrum in London.

Strasbergs Witwe und das psychiatrische Institut kündigten jetzt an, den Internet-Verkauf vor Gericht anzufechten. Sie werden durch die Agentur CMG Worldwide vertreten, die auch über die Verwendung der Rechte von Sophia Loren und Prinzessin Diana wacht. CMG Worldwide hatte bereits die Vermarktung von "Marilyn Monroe Kondomen" und anderen Produkten mit dem Namen des Hollywood-Stars verhindert.

Bei der Foto-Serie handelt es sich um Aufnahmen, die die damals 22-jährige Monroe nackt auf rotem Samt zeigen. Sie wurden in den 50er Jahren vom "Playboy"-Magazin veröffentlicht. Auf ihnen gibt sich die junge Schauspielerin noch sehr verspielt und wirkt unschuldiger als auf späteren Aufnahmen.

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