Samstag, 24. August 2019

E-Books Hohe Kosten bremsen Digi-Bücher

Das Interesse ist groß, doch fast niemand kauft. Schuld sind die hohen Preise.

Immer mehr Bücher werden online publiziert. Das Interesse ist zwar groß. Doch die tatsächliche Nachfrage bleibt verhalten - vor allem wegen der hohen Kosten der E-Books, so das zentrale Ergebnis einer Studie von Arthur Andersen und Knowledge Systems & Research Inc.

Mehr als 40 Prozent der Web-User sind der Ende Januar durchgeführten Untersuchung zufolge zwar äußerst angetan vom Konzept elektronischer Bücher. Nur ein Fünftel der Surfer kann sich allerdings vorstellen, in den kommenden sechs Monaten ein virtuelles Buch zu kaufen.

Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, sich aufgrund der hohen Verkaufspreise keine Digi-Bücher anzuschaffen. Nach Ansicht von 75 Prozent der Befragten dürfe ein Buch in elektronischer Form auf keinen Fall mehr kosten als die Taschenbuchversion.

Ähnliches gilt auch für die elektronischen Lesegeräte: Ein Viertel der User würde mit hoher Wahrscheinlichkeit ein E-Book kaufen, wenn es nicht mehr als 100 US-Dollar kosten würde. Der Preis für ein durchschnittliches Gerät liegt derzeit weit über dieser Schmerzgrenze.

Allein die Tatsache, dass die Anschaffung spezieller Hardware und entsprechender Software notwendig ist, stellt für einen Großteil der User einen entscheidenden Hemmfaktor dar. Auch die Existenz verschiedener Formate, die mehrere Geräte erforderlich machen, wird überwiegend negativ bewertet.

Peggy Smyth, Vorsitzende von Arthur Andersen North American Media and Entertainment Practice, zufolge sieht die Zukunft der elektronischen Bücher trotz Preisbarriere jedoch recht rosig aus. "Innerhalb der nächsten drei Jahre wird sich der noch äußerst junge Markt für elektronische Bücher stark verändern", so Smyth. "Allein die Zahl der E-Book-Leser wird sich innerhalb einer recht kurzen Zeitspanne verdoppeln oder sogar verdreifachen."

Im Jahr lag der Arthur-Andersen-Studie zufolge der Anteil der Internet-User, die ein digitales Buch erstanden haben, bei gerade mal zehn Prozent.

Jochen A. Siegle, San Francisco

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