InternetMediaHouse Verkauf von Töchtern beginnt

Die ins Schleudern geratene Beteiligungsgesellschaft beginnt mit dem Verkauf von Töchtern.

Grünwald - Die Mehrheitsbeteiligung von 51 Prozent an dem Online-Katalogportal Kiosk Online-Dienste GmbH sei an einen strategischen Investor verkauft worden. Dies teilte InternetMediaHouse (IHM) am Montag mit.

IMH hatte das Portal, das im Internet unter www.katalog-kiosk.de  vertreten ist, eigenen Angaben zufolge vor eineinhalb Jahren gekauft. In dieser Zeit habe sich der Wert des Investments verfünffacht, erklärte IMH.

Über den Erlös aus dem Verkauf und den Käufer schweigt sich die angeschlagenen Beteiligungsgesellschaft jedoch aus. Darüber sei für zwei Wochen Stillschweigen vereinbart worden, erklärte eine Sprecherin.

Bereits der vor zwei Wochen abgelöste IMH-Vorstand Andreas Werb hatte in Aussicht gestellt, dass sich das Unternehmen von allen seinen verlustträchtigen Mehrheitsbeteiligungen trennen wolle.

Nach den Planungen des neuen Investors VTC Partners, der mit Richard G. Ramsauer und Jürgen Max Leuze auch zwei neue Vorstände mitgebracht hatte, soll das Beteiligungsportfolio bis zum ersten Quartal 2001 teilweise abgebaut werden.

VTC war Ende November mit zehn Prozent eingestiegen, nachdem IMH einen Verlust mitgeteilte hatte, der alle eigenen Prognosen weit übertraf: Nach neun Monaten belaufe sich der Fehlbetrag auf 21,6 Millionen Euro, bei einem Umsatz von 13,8 Millionen Euro. Im Juli hatte der Vorstand noch einen operativen Gewinn vorhergesagt und damit die Prognose zum Börsengang 1999 nach oben revidiert.

Anfang November hatte dann der Finanzvorstand seinen Hut genommen, eine Woche darauf ein weiteres Vorstandsmitglied. Zwei Firmengründer hatten im Juli den Vorstand verlassen. Schon Ende Oktober war davon die Rede gewesen, dass IMH einen starken Investor suche.

InternetMediaHouse hatte auf der vergangenen Hauptversammlung beschlossen, den Unternehmenszweck von einer Internet-Holding in eine Beteiligungsgesellschaft umzuwandeln. IMH war von einem Konsortium aus HSBC Trinkaus & Burkhardt, M.M. Warburg und Net.IPO an die Börse geführt worden.