Unterhaltungselektronik Eine Brache im Aufwind

Der Renner im diesjährigen Weihnachtsgeschäft ist der DVD-Spieler. Er soll den Umsatz der Branche noch einmal nach oben treiben. Bisher verzeichneten die Händler für das Jahr 2000 ein Umsatzplus von zehn Prozent.

Hannover - Mit der Vorweihnachtszeit bricht für Hersteller und Handel die wichtigste Zeit des Jahres an. Auf den Wunschzetteln der Bundesbürger stehe auch in diesem Jahr die Unterhaltungselektronik ganz oben, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik, Rainer Hecker.

Der Renner im Weihnachtsgeschäft ist der DVD-Spieler mit Heimkino-Anlage, die wegen der digitalen Qualität Klangeffekte wie im Kino ermöglicht. Im nächsten Jahr sollen in Deutschland eine Millionen dieser Geräte verkauft werden. Aber auch hochwertige Fernsehgeräte im Bildformat 16:9 seien gefragt. Insgesamt sei das Wachstum von Handel und Herstellern aber "nicht gerade dynamisch", sagte Hecker.

Trotzdem - die Unterhaltungselektronik-Branche verspürt Rückenwind. Das Jahr 2000 brachte den Unternehmen einen Umsatz von 37,5 Milliarden Mark mit Fernsehern, Videokameras und -rekordern, Hifi- und Telefongeräten sowie Computern, sagte Hecker. Das entspricht einem Umsatzplus von zehn Prozent.

1999 schlossen die Unternehmen mit 34 Milliarden Mark Umsatz gemessen an den Endverbraucherpreisen ab. "Wir befinden uns seit 1998 im Aufwärtstrend und werden diesen auch in 2001 fortsetzen. Wir werden dann allein mit der klassischen Unterhaltungselektronik um etwa fünf Prozent wachsen können", sagte Hecker.

Künftig wird der Fernseher nach Heckers Worten mehr und mehr das Gerät für den Zugang zum weltumspannenden Computernetz Internet. "Mit den Fernsehgeräten haben wir eine Haushaltsabdeckung von 100 Prozent. Wir müssen diesen Markt im Gegensatz zu den PC-Herstellern nicht mehr erobern. Wir müssen ihn nur attraktiv halten."

Schon jetzt wird daran gearbeitet. Über die Fernbedienung des Fernsehers sollen schon bald die im Programm eingeblendeten Internetadresse anklicken werden können. Dann wird sich der Bildschirm aufteilen und parallel zum Programm kann der Zuschauer das Internetangebot mit zusätzlichen Informationen nutzen.