E-Commerce Es herrscht Konzeptlosigkeit

Die Mehrheit der deutschen Unternehmen verfolgt im Internet keine klar definierte Strategie beim elektronischen Handel.

Hamburg - Alle reden darüber, manche tun es, aber nur die wenigsten wissen, wie E-Commerce wirklich funktioniert. Über Dreiviertel der deutschen Unternehmen hat offenbar keine umfassende und klar definierte E-Commerce-Strategie. So lautet das nüchterne Ergebnis der Studie "E-Reality", für die das Marktforschungsinstitut Infratest im Auftrag der Hyde-Tochter Consulting Partner und der Universität Freiburg insgesamt 1300 Führungskräfte in Deutschland befragte.

Danach sprechen die Befragten dem elektronischen Geschäft zwar ein enormes Potenzial mit weitreichenden wirtschaftlichen Auswirkungen zu. Aber nur gerade mal 23 Prozent der Führungskräfte verfügt über eine Strategie, die sich speziell den Belangen der digitalen Geschäftsabwicklung annimmt. Etwa 50 Prozent haben keinerlei E-Strategie, bei 25 Prozent ist sie nur in Ansätzen vorhanden.

Kein überraschendes Ergebnis, wenn man sich einige der Websites von Unternehmen betrachtet. Verwunderlich jedoch, da doch bekannt ist, dass eine klar definierte Strategie sich als zentraler Erfolgsfaktor im E-Commerce erweist. "Während die sogenannten 'Winner' meist über eine Strategie verfügen, herrscht bei den weniger erfolgreichen 'Followern' oftmals strategische Konzeptlosigkeit", sagt Ralf Strauß, einer der Autoren der Studie.

Unternehmen nutzen das Web nicht ausreichend

Eine der Ursache könnte Strauß zufolge sein, dass sich die Erarbeitung der E-Strategien massiv von der klassischen Strategie-Entwicklung unterscheidet und völlig anderen Gesetzmäßigkeiten folgt.

So stellten die Marktforscher fest, dass die 'Winner' die Möglichkeiten des Mediums systematisch nutzen wie zum Beispiel E-Procurement, One-to-One-Marketing und Maßnahmen zur Online-Kundenbindung.

Die nicht so erfolgreichen Firmen nutzen bislang nur unzureichend die Möglichkeiten des World Wide Webs. Nur 29,1 Prozent sammeln und verdichten Kundendaten aus verschiedenen Informationsquellen. Bei den 'Winnern' sind es laut der Studie immerhin 52 Prozent.