Goldman Sachs Business to Nobody

Nur wenige B2C-Händler im Internet überleben Weihnachten. Das Bankhaus hat eine neue Cash-Burn-Liste vorgelegt.

Hamburg - "Cash is King", sagt Anthony Noto von Goldman Sachs. Dabei spielt der Experte auf die angespannte Finanzsituation der Branche an. Seine Prognose: Es wird weiter zu Erschütterungen kommen. Die Pleitewelle der vergangenen Wochen wird weiter anhalten. Den Online-Händlern hilft dabei auch nicht das bereits angelaufene Weihnachtsgeschäft. Das berichtet die Zeitung "Die Welt".

In dem Bericht heißt es, dass die Jahresendrallye dieses Jahr ausbleiben werde. Nach Notos Berechnungen werde der Hälfte der B2C-Firmen innerhalb der kommenden zwölf Monate das Geld ausgehen. Von den 22 B2C-Firmen, die der Goldman-Sachs-Spezialist verfolge, würden nur zwölf bis 14 Unternehmen das Weihnachtsgeschäft überleben.

Neues Kapital erhielten dabei nur Internetfirmen mit einem guten Konzept und einer starken Marke. Dennoch reagierten die Anleger bei B2C-Unternehmen immer zurückhaltender. Kritiker hätten schon das Kürzel B2C durch B2N "Business-to-Nobody" ausgetauscht.

Wie es in dem Artikel weiter heißt, bevorzuge Noto Unternehmen, die aus eigener Kraft die Profitabilität erreichen. Zu den Unternehmen, denen er dies zutraut, gehören Amazon genauso wie Barnesandnobles.com (siehe Tabelle).

Unternehmen 3. Quartal 2000 4. Quartal 2000
(erwartet)
Umsatz Geld-
verbrauch
Liquide
Mittel
Umsatz Geld-
verbrauch
Liquide
Mittel
Amazon 617,9 89,5 900,0 1030,0 86,8 1193,9
Ashford 12,0 8,8 50,9 36,0 7,8 43,1
Buy.com 190,2 21,4 110,1 220,2 23,1 87,0
Drugstore 26,5 33,3 147,1 29,5 33,1 114,0
Egghead 105,4 9,9 43,8 119,0 14,6 29,2
eToys 26,0 41,8 212,4 240,0 54,2 158,2
1800flowers 72,5 17,5 97,5 144,5 14,8 82,7
Peapod 21,8 8,9 33,3 37,0 8,3 25,0
PlanetRX 9,9 20,5 25,2 9,4 14,7 10,5
Priceline 341,3 2,2 130,6 235,0 16,8 113,9
SmarterKids 1,5 6,4 33,0 5,7 8,0 24,9
Tickets.com 14,5 12,8 37,3 16,0 14,2 23,1
Vitaminshoppe 6,6 6,5 7,4 11,6 2,3 5,1
Webvan 82,3 120,2 376,9 100,0 122,9 254,0
Angaben in Mio. Dollar Quelle: Goldman Sachs