Yahoo Münchner Staatsanwalt ermittelt

Weltweit wird gegen den Internetanbieter ermittelt. Bei Online-Auktionen sollen Hitlers "Mein Kampf" sowie kinderpornographische Videos versteigert worden sein.

München - Gegen den US-Internet-Anbieter Yahoo wird in Deutschland nach Justizangaben wegen einer angeblichen Online-Versteigerung des Hitler-Buches "Mein Kampf" ermittelt.

Der Leitende Oberstaatsanwalt am Landgericht München, Manfred Wick, sagte, es werde gegen einen Verantwortlichen des Unternehmens ermittelt.

Dabei gehe es um einen Vorgang auf der deutschen Website des US-Anbieters. Die Sprecherin von Yahoo Deutschland, Claudia Strixner, sagte, ihr sei von den Ermittlungen nichts bekannt.

In Paris war Yahoo in der vergangenen Woche wegen einer Online-Auktion von Nazi-Gegenständen in einem Zivilverfahren dazu verurteilt worden, dieses Angebot auf der US-Website für französische Nutzer zu sperren. Der Kurs des Unternehmens gab daraufhin am selben Tag an der US-Technologiebörse Nasdaq um drei Prozent nach.

Yahoo-Büro wegen Kinderpornografie durchsucht

Aber nicht nur Deutschland und Frankreich steht Yahoo derzeit unter den Argusaugen der Justiz. In Japan hat die Polizei am Montag das Tokioter Büro des Internet-Anbieters Yahoo Japan durchsucht. Die Aktion fand im Zuge von Ermittlungen wegen Kinderpornografie statt. Dabei wird der Leiter einer Tanzschule verdächtigt, über die Website des Unternehmens Videos mit Kinderpornografie verkauft zu haben, teilte die Polizei mit.

Nach einem Bericht der japanischen Nachrichtenagentur "Kyodo" soll der 38-Jährige den Ermittlern gestanden haben, dass er rund 300 solcher Videos in Online-Auktionen von Yahoo verkauft habe. Bei Yahoo Japan war zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar.