BOL Entdeckt das Handy

Das Handy soll wichtigster Vertriebskanal für den Online-Buchhändler werden. Im Internet konnte sich die Bertelsmann-Tochter gegen Marktführer Amazon bislang nicht durchsetzen.

London - Der neue Vorstandschef der Bertelsmann-Tochter Bertelsmann Online (BOL), Stuart Goldfarb, will das Unternehmen zum Marktführer beim Einkauf per Mobiltelefon machen. Gemeinsam mit der Bertelsmann E-Commerce Gruppe wolle BOL Marktführer im so genannten M-Commerce werden.

"Sobald die Endgeräte für die neue Handy-Generation für GRPS und UMTS verfügbar sind, werden wir Bücher, Songs und andere Inhalte zusätzlich zum elektronischen Download anbieten", sagte der US-Amerikaner der "Welt am Sonntag".

Die Bertelsmann-Gruppe verfüge über genug Inhalte, die sie digital vertreiben könne. GRPS und UMTS sind neue Technikstandards, mit denen Daten schneller über die Mobilfunknetze wandern.

In diesem Jahr wolle BOL das angekündigte Umsatzziel von 100 Millionen Mark deutlich übertreffen, sagte Goldfarb, der den Internet-Buchhändler von der Londoner Niederlassung aus leiten wird. Hauptsitz der BOL.com AG ist München. Ein kräftiges Umsatzplus verspricht sich Goldfarb künftig von Verkäufen in China. Der im Mai abgesagte Börsengang von BOL sei derzeit kein Thema.

Bertelsmann liegt beim Buchverkauf über das Internet in Europa mit BOL und in den USA über seine Beteiligung an Barnesandnoble.com auf Platz zwei hinter Weltmarktführer Amazon.com. Ziel von Vorstandsvorsitzendem Thomas Middelhoff ist es, bei Medieninhalten die Weltmarktführerschaft zu übernehmen.

Über die Buch- und Musik-Clubs sowie Abonnements hat Bertelsmann Kontakt zu 45 Millionen Kunden. Über strategische Allianzen mit AOL und TerraLycos hat die Gruppe in den vergangenen Monaten direkten Zugang zu etwa 200 Millionen weiteren Kunden gefunden.

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