Gründerwettbewerb Perlen fürs virtuelle Büro

Marion Widua, Vorstand des Internet-Startups Indiwidual, will im kommenden Jahr bundesweit Büros eröffnen. Die Botschafterin des Gründerwettbewerbs Multimedia stellt sich vor.

Karlsruhe - "Sie machen Ihr Business, wir machen Ihr Office", lautet das Motto des Internet-Startups Indiwidual. Wer Rechnungen und Mahnungen nicht gerne schreibt oder mit der Büroorganisation nicht viel am Hut hat, der hat mit dem Unternehmen genau die richtige Adresse gefunden. Indiwidual versteht sich als Outsourcing-Partner für administrative und organisatorische Dienstleistungen.

Dahinter verstecken sich neben kostenlosen Unified Messaging-Diensten kostenpflichtige Büroarbeiten vom Telefondienst über die Unterstützung von Marketing und Vertrieb bis hin zum Finanzservice und Mahnwesen. Die Abwicklung und Kommunikation mit dem Kunden verläuft dabei online über die Website www.service2business.de.

Büros in Großstädten geplant

Das Unternehmen hat sich auf Bürotätigkeiten von klein- und mittelständische Unternehmen spezialisiert - zunächst nur im Umkreis von Karlsruhe, für das kommende Jahr ist aber die bundesweite Expansion geplant.

Im ersten Quartal sollen Niederlassungen in Frankfurt am Main, Stuttgart und München eröffnet werden. Danach sollen - verläuft alles planmäßig - Büros in Köln, Essen, Hamburg und Berlin folgen. Die Belegschaft soll dann auf rund 40 Sektretärinnen, Callcenter-Mitarbeiter und Aushilfen angesteigen.

Als potenzielle Kunden hat Widua bis zum Jahr 2005 rund 120.000 Firmen ausgemacht. Bislang stammen ihre Hauptkunden ebenfalls aus der Internetszene. In Zukunft will sie mit Multiplikatoren wie einer Kleinbank und einem Application Service Provider (ASP) zusammenarbeiten, um ihren Dienst bekannter zu machen.

Gewinner beim Gründerwettbewerb

Gegründet wurde Indiwidual Ende 1999 in Karlsruhe von der ausgebildeten Europasekretärin Marion Widua. Sie hat in dem IT-Spezialisten CAS Software, das die Web-Technologie für das Dienstleistungsunternehmen liefert, den richtigen Partner gefunden. CAS hält mittlerweile zehn Prozent an der Aktiengesellschaft.

Mit dem Konzept konnte Widua nicht nur CAS überzeugen. Ende vergangenen Jahres beteiligte sie sich an verschiedenen Gründerwettbewerben: "Ich wollte einfach testen, ob die Idee was bringt", sagt Widua bei einem Vortrag vor rund 70 Studenten der Karlsruher Universität.

Ausgezeichnet wurde sie schließlich beim Landeswettbewerb Startup 2000 genauso wie beim "Bestem Geschäftsplan E-Business" wie auch beim Bundeswettbewerb Multimedia 1999, als dessen Botschafterin sie derzeit unterwegs ist.

Börsengang aufgeschoben

Internet-Konkurrenz hat Widua bisher nur wenig ausgemacht. Offline sind dagegen verschiedene Dienstleister tätig. Gegenüber Call Centern hat sie den Vorteil, auch kleine Aufträge anzunehmen, die für diese Unternehmen nicht lukrativ wären, so Widua.

Über Umsatzerwartungen will die Geschäftsführerin nur wenig sagen. Jedoch geht sie davon aus, dass Ende kommenden Jahres trotz Expansion der Break-even erreicht wird. Im Rumpfjahr 2000 hat sie allerdings nur 170.000 Mark umgesetzt. auch ist der Börsengang erstmal auf die lange Bank geschoben - das Marktumfeld sieht zu schlecht aus.