Samstag, 21. September 2019

Druck auf Plattenlabel - Behörde prüft Vorwürfe Apple soll Streamingdienste ausbremsen

Apples Musik-Angebot soll bald durch eine neue Version des Streamingdienstes Beats ergänzt werden

Nach der EU-Kommission untersuchen nun auch das US-Justizministerium und die Handelsbehörde FTC das Geschäftsgebaren von Apple im Musikgeschäft. Der iPhone-Hersteller und Betreiber des Onlineladens iTunes soll Musiklabels angeblich dazu drängen, dass Streaming-Dienste wie Spotify ihr kostenloses Angebot einschränken. Einige ranghohe Manager der Branche sollen bereits von den Behörden befragt worden sein. Das berichtete die Technologie-Website The Verge.

Berichten zufolge will Apple auf der nächsten Entwicklerkonferenz im Juni einen eigenen Streaming-Dienst starten. Wenn die Vorwürfe zutreffen, dann würde der IT-Konzern eine bessere Ausgangsituation anstreben und dabei seine noch dominante Marktposition im digitalen Musikgeschäft missbrauchen. Bereits Anfang April hatte die EU-Kommission Fragen an die Musiklables geschickt.

Nach dem milliardenschweren Zukauf des Kopfhörer- und Softwareherstellers Beats wird in der Musikbranche schon lange eine Erneuerung des Onlineladenladens iTunes erwartet. Auch die Musiklabels hatten sich von Apple ein Streamingangebot gewünscht. Die Einnahmen durch Downloads aus Apples Onlineladen iTunes stagnierten zuletzt, in mancher Region schrumpften sie gar.

Knicken die Musiklabel vor Apple ein, sind Spotify oder Deezer bedroht

Nun soll Apple die Musikunternehmen drängen, ihre Lizenzen für Musiktitel nur noch zu vergeben, wenn Streamingdienste die kostenlose Nutzung ihrer Angebote einschränken. Das könnte das das Wachstum junger Angebote wie Spotify oder Deezer deutlich schwächen, sogar deren Existenz bedrohen. Spotify ist mit weltweit 60 Millionen Nutzern der bislang größte Streamingdienst. Nur 25 Prozent der Nutzer haben allerdings ein Abonnement abgeschlossen und zahlen monatlich rund 10 Euro.

The Verge zufolge soll Apple sogar Universal Music, dem größten Label, angeboten haben, Youtubes Lizenzen zu bezahlen. Universal solle dann dem Videodienst Googles untersagen, weiterhin Videos kostenlos abspielen zu dürfen. Auch Youtube plant den Start eines bezahlpflichtigen Musikstreamingdienstes.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung