Verlust kleiner als erwartet Telefonica nach E-Plus Übernahme zuversichtlich

Der Mobilfunker Telefonica Deutschland (O2) verbucht in den ersten drei Monaten nach der Übernahme von E-Plus ein dickes Minus - der Stellenabbau kostet zunächst einmal viel Geld. Der Sparkurs soll sich jedoch bereits in diesem Jahr auszahlen - die Aktie zieht deutlich an.
O2 schluckt-E-Plus: Nicht nur zahlreiche Arbeitsplätze, sondern auch die Marke E-Plus soll verschwinden

O2 schluckt-E-Plus: Nicht nur zahlreiche Arbeitsplätze, sondern auch die Marke E-Plus soll verschwinden

Foto: REUTERS

Berlin - Rund 400 Millionen Euro ließen sich die Münchener die ersten Schritte des Zusammenschlusses kosten. Schon bald aber soll sich das Vorhaben für den nach Kunden größten deutschen Mobilfunker auszahlen, bereits in diesem Jahr rechnet das Management um Chef Thorsten Dirks mit spürbaren Einsparungen, wie das TecDax-Unternehmen am Dienstag in München mitteilte.

Angesichts eines Verlustes unter dem Strich in Höhe von 642 Millionen Euro im letzten Quartal 2014 dürfte das sehr gelegen kommen. Von Experten war das Minus bereits erwartet worden, der Konzern hatte zuvor schon angedeutet, dass ein dreistelliger Millionenbetrag angefallen sei.

Analysten sehen die früh fälligen Integrationskosten gar als gutes Zeichen, dass sich die Führung keine Zeit lässt mit den geplanten Synergien von insgesamt über 5 Milliarden Euro. Im frühen Handel konnte die Aktie von Telefonica daher trotz des Verlustes um mehr als sieben Prozent zulegen.

Telefonica-Aktie haussiert - Anleger rechnen mit Kosteneinsparungen

Im eigentlichen Geschäft muss sich die Anfang Oktober vollzogene Fusion erst noch bewähren: Der Umsatz blieb im vierten Quartal auf kombinierter Basis der beiden jetzt fusionierten Unternehmen mit 2,02 Milliarden Euro stabil, der um Sonderkosten bereinigte Betriebsgewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sank allerdings wegen hoher Werbekosten um fast ein Viertel auf 354 Millionen Euro.

Inklusive der Sonderkosten fiel auch operativ ein Verlust von 46 Millionen Euro an. Im Schlussquartal konnte durch den Verkauf von vielen Paketen für die mobile Internetnutzung der Erlös aus dem Mobilfunkservice auf vergleichbarer Basis stabilisiert werden. Insbesondere dem alten O2-Teil steckt seit langem ein Umsatzschwund in den Knochen. Ende des Jahres hatte das Unternehmen 42,1 Mobilfunkanschlüsse, auf vergleichbarer Basis ein Anstieg um 2,4 Prozent zum Vorjahr.

Erste positive Effekte aus der Fusion sollen sich in diesem Jahr in der Kasse bemerkbar machen. Beim freien Barmittelzufluss sollen die Effekte aus dem Zusammenschluss 250 Millionen Euro bringen und damit bereits knapp ein Drittel des jährlich gesteckten Einsparziels an dieser Stelle.

Jede sechste Stelle gestrichen, 14.000 Basisstationen fallen weg

Der Mobilfunkumsatz soll 2015 in etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Beim um Sonderkosten bereinigten operativen Gewinn rechnet der Vorstand dagegen mit einem Plus von mehr als zehn Prozent ausgehend vom Vorjahreswert 1,46 Milliarden Euro.

Telefonica Deutschland hat mit den anfallenden Umbaukosten bereits ein unbequemes Thema weitgehend abgehakt: Von 9100 Arbeitsplätzen werden 1600 gestrichen - und damit jede sechste Stelle.

Mit dem Betriebsrat einigte sich das Unternehmen Anfang Februar auf einen Plan bis 2018, betroffene Mitarbeiter erhalten demnach Abfindungen. Hinzukommen sollen nun noch die Einsparungen aus dem Zusammenlegen der Netze - von knapp 40.000 Basisstationen an den Funktürmen sollen rund 14.000 wegfallen

la/dpa
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