Montag, 10. Dezember 2018

Managergehälter Eon zahlt trotz Jobverlusten hohe Boni

150-prozentig: Eon-Chef Johannes Teyssen

Deutschlands größter Energieversorger will die Arbeit seiner Vorstände mit hohen Bonuszahlungen honorieren. Für die Arbeitnehmer ein Affront: Bei Eon sollen bis 2015 rund 11.000 Stellen gestrichen werden.

Berlin - Trotz eines massiven Stellenabbaus sollen die Vorstände des größten deutschen Energieversorgers Eon hohe Boni für das abgelaufene Geschäftsjahr erhalten. Einem Bericht der "Rheinischen Post" zufolge wolle der Präsidialausschuss des Aufsichtsrats am Freitag über die Höhe der Tantiemen beraten, die maßgeblich von der Zielerreichung der Vorstände abhängt.

Dem Bericht zufolge solle der Präsidialausschuss feststellen, dass Eon-Chef Johannes Teyssen und Finanzchef Marcus Schenck ihre Ziele zu rund 150 Prozent erreicht hätten. Bernhard Reutersberg, im Vorstand für den Konzernumbau und das Sparprogramm "Eon 2.0" zuständig, solle eine Zielerreichung von rund 120 Prozent zugestanden werden. Regine Stachelhaus, Klaus-Dieter Maubach und Jörgen Kildahl sollen die Zielvorgaben zu weniger als 100 Prozent erreicht haben.

Die hohen Boni dürften vor allem auf Arbeitnehmerseite für Aufregung sorgen. Eon Börsen-Chart zeigen plant, bis 2015 rund 11.000 der 80.000 Konzernarbeitsplätze abzubauen. Die endgültige Entscheidung über die Bonuszahlungen liegt beim Aufsichtsrat, der am 13. März zusammentritt.

Zur Höhe der Boni wollte sich Eon-Kommunikationschef Guido Knott nicht äußern. "Durch die Vergütungssystematik liegen die Vorstandsgehälter insgesamt niedriger als im Vorjahr. Dies liegt wesentlich an dem gesunkenen Aktienkurs", sagte Knott. Teyssen hatte im Jahr 2010 eine Gesamtvergütung von 4,2 Millionen Euro erhalten. Boni machten knapp die Hälfte davon aus.

ts/rtr

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