Frankfurt - Wenn auch die Vorstandsgehälter der Dax30-Konzerne in den vergangenen Jahren nicht so stark anstiegen, wie in den Vorjahren - Anlass zur Kritik bieten sie trotzdem. Die Transparenz geht Ulrich Hocker, Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) nicht weit genug.
Das gläserne Gehaltskonto ist derzeit nur ein Wunsch: Die Dax30-Konzerne halten nach DSW-Urteil mit den exakten Auflistungen ihrer Vorstandssaläre hinter dem Berg
Erstmals berücksichtigt die DSW-Studie in diesem Jahr auch die Pensions-Ansprüche der Vorstände. Hierzu hält Hocker fest, dass die Anwartschaft eines Vorstands bereits nach einer Legislaturperiode bei 30 Prozent seines Fixums liege. Dieser Betrag wachse später aber auf bis zu 70 Prozent an. "Bei den Top-Zahlern unter den DAX-Gesellschaften sind da selbst für einfache Vorstandsmitglieder Pensionszahlungen bis zu 600000 Euro pro Jahr möglich", schloss Hocker seine Rede.
Höchste Sprünge bei SAP und Deutscher Bank
> Die Vorstände der 30 größten börsennotierten deutschen Unternehmen haben im vergangenen Jahr ihre Einkommen im Schnitt um 11 Prozent gesteigert. Die größten Gehaltssprünge haben dabei die Manager des Softwarekonzerns SAP
"In den Vorstandsetagen der 30 Dax-Unternehmen wurden für das Geschäftsjahr 2003 durchschnittlich 1,42 Millionen Euro verdient", sagte Christiane Hölz, DSW-Rechtsanwältin.
2002 habe der Betrag je Vorstand bei 1,279 Millionen Euro gelegen. Im gleichen Zeitraum seien die Gewinne der im Deutschen Aktienindex (Dax) gelisteten Unternehmen im Schnitt um 30 Prozent gestiegen. "Insofern scheinen die Mechanismen der erfolgsabhängigen Bezahlung durchaus zu funktionieren", ergänzte sie. Gehaltskürzungen gab es allerdings bei sieben Dax-Firmen, zwölf der im deutschen Leitindex notierten Gesellschaften verbuchten 2003 einen geringeren Gewinn als im Vorjahr.
Nur neun der 30 Gesellschaften haben ihre Berichterstattung über das Geschäftsjahr 2003 der Kodex-Empfehlung angepasst, sagte Hocker. Insofern unterstütze die Aktionärsvereinigung das Vorhaben von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD), die Veröffentlichung der Vorstandsgehälter gesetzlich zu regeln, sollten die Konzerne diese bis Mitte 2005 nicht einzeln ausweisen.
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