Donnerstag, 13. Dezember 2018

Boomplaces 2010 Stuttgart ist spitze ...

8. Teil: Methode - so entstand das Ranking

Methode - So entstand das Standortranking

Die Autoren der Studie, Henner Lüttich von der Contor GmbH und Professor Jürgen Weigand von der WHU, haben alle 1207 Nuts-3-Regionen der Europäischen Union (ohne Rumänien, Bulgarien, Zypern und Malta) im Rahmen von drei Szenarien analysiert. Dazu haben sie jeweils ein ganzes Bündel von Standortfaktoren verglichen. Lohn- und Produktivitätsentwicklungen wurden auf Basis der Entwicklung in der Vergangenheit bis 2010 prognostiziert, sodass die Untersuchung eine zukunftsgerichtete Komponente hat.


Henner Lüttich, Jürgen Weigand: "Boomplaces 2010. Die Top-Regionen in der EU für Industrie, Hochtechnologie und Investment"; Books on Demand GmbH, Norderstedt 2007. Die komplette Studie können Sie im zum Preis von 89 Euro im Buchhandel (ISBN 978-3-8334-8052-2) beziehen oder direkt bei Contor erwerben.
Für Leser von manager magazin und manager-magazin.de bietet Studienautor Henner Lüttich Kurzanalysen nach seinem Contor-Regio-Modell zum Sonderpreis von 356,05 Euro inklusive Mehrwertsteuer an (Normalpreis: 445,06 Euro inkl. MwSt.).
Szenario 1: Industrie

Ausgangspunkt ist ein Industrieunternehmen, das einen Fertigungsstandort sucht. In die Analyse gehen folgende Standortfaktoren ein:

  • Arbeitsmarkt: Beschäftigte in der Industrie und Anteil der Industriearbeitnehmer an allen Beschäftigten, Arbeitslosenquote
  • Arbeitskosten: Arbeitnehmerentgelte und Produktivität pro Arbeitnehmer im Jahr 2010, Streiktage, monatliche Arbeitszeit in der Industrie
  • Ertragsteuern: Steuersätze auf einbehaltene Gewinne (Körperschaftsteuern)
  • Verkehrsinfrastruktur: Entfernung zu Autobahn, Flughafen, Bahn
  • Energie: Strom- und Gaspreise
  • Ballungsvorteile: industrielle Bruttowertschöpfung in der jeweiligen Region
  • Gesellschaft: Verbreitung von Kriminalität und Korruption

Szenario 2: Technologie

Ausgangspunkt ist ein technologieintensives Unternehmen, das forschen, entwickeln und hoch spezialisiert produzieren will. In die Analyse gehen die folgenden Standortfaktoren ein:

  • Arbeitsmarkt: Beschäftigte in technologieintensiven Branchen (Chemie, Maschinenbau, IT, Elektro, Feinmechanik, Optik, Fahrzeugbau) sowie die Anteile der in diesen Branchen Tätigen an allen Beschäftigten
  • Nähe zu Forschung und Entwicklung: Entfernung zur nächsten technischen Universität, Beschäftigte im technisch-wissenschaftlichen Bereich, Patentanmeldung in technologieintensiven Branchen (Informations- und Kommunikationstechnologie, Automatisierungstechnik, Gentechnik, Luftfahrt, Lasertechnologie).
  • Arbeitskosten: Arbeitnehmerentgelte und Produktivität pro Arbeitnehmer im Jahr 2010, Streiktage, monatliche Arbeitszeit in der Industrie
  • Ertragsteuern: Steuersätze auf einbehaltene Gewinne (Körperschaftsteuern)
  • Verkehrsinfrastruktur: Entfernung zu Autobahn, Flughafen
  • Gesellschaft: Verbreitung von Kriminalität und Korruption
  • Wachstumschancen: Abschneiden des jeweiligen Landes im Growth Competitiveness Index und im Microeconomic Competitiveness Index des World Economic Forum, Geburtenziffern

Szenario 3: Zukunft

Ausgangspunkt ist ein Investor, der an der regionalen Entwicklung partizipieren will, zum Beispiel indem er ein Immobilienprojekt realisieren oder sich im regionalen Einzelhandel engagieren will. Die Analyse bezieht deshalb kaum Kostenfaktoren ein, sondern legt den Schwerpunkt auf fundamentale Wachstumsfaktoren:

  • Regionale Wirtschaftskraft: Primäreinkommen zu Kaufkraftstandards 2010, Umverteilung von Einkommen (Differenz zwischen Primäreinkommen und verfügbarem Einkommen in der Region)
  • Spezialisierung auf Dienstleistungen: Bruttowertschöpfung in den Dienstleistungsbranchen 2003 und 2010, Beschäftigtenanteil im Dienstleistungssektor
  • Demografische Faktoren: Anteil der Beschäftigten mit Hochschulabschluss, Anteil der unter 20-Jährigen an den Einwohnern, Bevölkerungsdichte
  • Wohlstand 2010: Regionales Bruttoinlandsprodukt je Einwohner
  • Verkehrsinfrastruktur: Entfernung zu Autobahn, Flughafen
  • Wachstumschancen: Abschneiden des jeweiligen Landes im Growth Competitiveness Index und im Microeconomic Competitiveness Index des World Economic Forum
  • Gesellschaft: Verbreitung von Kriminalität und Korruption

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