Mittwoch, 19. Dezember 2018

Nach langer Krankheit Ex-Eon-Vorstandschef Bernotat ist tot

Wulf Bernotat: Der ehemalige Eon-Vorstandsvorsitzende (Bild Februar 2016) ist gestorben
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Wulf Bernotat: Der ehemalige Eon-Vorstandsvorsitzende (Bild Februar 2016) ist gestorben

Der ehemalige Eon-Chef Wulf Bernotat ist tot. Der Manager sei am Sonntag nach langer Krankheit im Alter von 68 Jahren gestorben, teilte der Energiekonzern am Montag mit.

Bernotat hatte den seinerzeit größten deutschen Versorger von 2003 bis 2010 geführt. Unter ihm hatte Eon Börsen-Chart zeigen Milliardengewinne eingefahren und ein massives Investitionsprogramm gestartet. Sein Lieblingsmotto war "Just do it". Durch Zukäufe in Großbritannien, Rumänien, Ungarn, Tschechien, der Slowakei und Italien stellte er den im Jahr 2000 aus einer Fusion der beiden Vorgänger Veba und Viag geschmiedeten Konzern international breit auf.

Im Übernahmekampf um den spanischen Versorger Endesa war Bernotat allerdings trotz einer über 40 Milliarden Euro schweren Offerte 2007 am großen Widerstand der spanischen Regierung gescheitert und hatte sich den Konkurrenten Enel und Acciona geschlagen geben müssen.

Erst am Samstag AR-Chefposten bei Vonovia niedergelegt

"Wulf Bernotat hat Eon schon wenige Jahre nach der Fusion mit seiner herausragenden Persönlichkeit eine kraftvolle Identität gegeben, von deren Stärke wir noch heute profitieren", sagte Bernotats Nachfolger Johannes Teyssen. Zu seinen Verdiensten gehöre auch sein persönlicher Einsatz für den entschlossenen Aufbau des damals noch neuen Geschäftes mit Erneuerbaren Energien in Europa und Nordamerika.

Vor seinem Wechsel zu Eon war der in Göttingen geborene Jurist für die Unternehmen Shell und Stinnes tätig. Auch nach seinem Ausscheiden bei Eon blieb er einer der einflussreichsten Manager Deutschlands. 2011 gründete er das Unternehmen Bernotat & Cie - eine Beratungsfirma für Führungskräfte der Wirtschaft. Bernotat gehörte bis zuletzt den Aufsichtsräten von Bertelsmann und der Deutschen Telekom an, zeitweise war er Mitglied in den Kontrollgremien der Allianz und der Metro.

Erst am Samstag hatte der größte deutsche Wohnungsbaukonzern Vonovia mitgeteilt, dass Bernotat seinen Posten als Chef des Aufsichtsrats aus gesundheitlichen Gründen mit sofortiger Wirkung niederlegt. Vonovia-Chef Rolf Buch äußerte sich am Montag bestürzt über den Tod Bernotats. "Dr. Bernotat war ein exzellenter Begleiter und für mich persönlich ein wichtiger Ratgeber. Er hat die Entwicklung unseres Unternehmens entscheidend mitgeprägt."

rei/mg/rtr

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