Montag, 25. März 2019

Vorstand Käärmann degradiert Warum das Milliarden-Startup Transferwise seine Doppelspitze in aller Stille halbierte

Links Kristo Käärmann, rechts Taavet Hinrikus: Nur noch einer ist offiziell Vorstand

Startups sind heiß, sind hoch bewertet, sind dynamisch. Heißt es zumindest. Wie dynamisch, musste zuletzt Kristo Käärmann erfahren. Der war zuletzt gemeinsam mit Taavet Hinrikus CEO von Transferwise, einem Fintech-Unternehmen aus London, das es immerhin auf eine Bewertung von knapp einer Milliarde Dollar bringt. Zumindest wurde er mit diesem Titel auf der Internet-Präsenz des Unternehmens geführt. Doch im September änderte sich etwas - für Käärmann sogar alles.

Denn seit September wird er nur noch als "Executive Founder" geführt, wie "Business Insider" herausfand.

Auf Anfrage von "Business Insider" hieß es vom Unternehmen, es habe operative Veränderungen gegeben. Doch die hätten keine ernsthaften Konsequenzen.

Im O-Ton liest sich das so.

"Vor einigen Monaten haben die Gründer ihre Rollen etwas verändert. Wir wachsen schnell und wie schauen ständig auf das gesamte Unternehmen, wie wir die Durchschlagskraft der einzelnen Teams stärken können. Das gilt auch für die Gründer. Wir probieren verschiedene Dinge aus, um zu testen, was am besten für uns klappt und uns die höchste Geschwindigkeit und das beste Ergebnis liefert. Das ist ein Wechsel in der Art, wie die Gründer zusammenarbeiten - aber nichts hat sich verändert in der Art, wie wir unsere Vision verfolgen."

Eine schwammige Kommunikation, die offenbar nicht einmal die eigenen Chefs überzeugt. Denn sowohl Hinrikus als auch Käärmann führen auf Twitter beide noch immer den Titel CEO, so "Business Insider".

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Transferwise übernimmt internationale Überweisungen für seine Kunden und untersucht das Netz, um diese Transaktionen so günstig wie möglich anzubieten. In einer Finanzierungsrunde zu Beginn des Jahres hat das Unternehmen 58 Millionen Dollar von einem Venture-Capital-Fund aus dem Hause Andreessen Horowitz einwerben können und freut sich seitdem über die Milliardenbewertung. Auch der umtriebige Milliardär Richard Branson hat bereits investiert. Was zumindest die Kommunikation offenbar nicht verbesserte.

Das zeigt eine weitere Meldung, die das Unternehmen quasi im Vorbeigehen verkündete - nachdem internationale Medien wie das "Wall Street Journal" bereits darüber berichteten. Denn Vikram Pandit, ehedem Vorstand der Citigroup, wurde als neuer Investor von Transferwise bestätigt. "Wir sind stolz darauf, Vikram Pandit, einen langjährigen Kenner der globalen Finanzbranche, als Investor für Transferwise gewonnen zu haben." Sagt Taavet Hinrikus, nicht Kristo Käärmann.

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