Freitag, 14. Dezember 2018

Unsicherheit in Führungsetagen Spitzensportler als Consultants

Diese Sportler bringen Manager zum schwitzen: Die Trainer der Vorstände
BMW

2. Teil: Wer entscheidet, macht sich angreifbar

Mit anderen Worten - wer entscheidet, macht sich angreifbar. Entsprechend sucht er Inspiration. Und findet sie derzeit vielfach in Sportlern. Ausdauer, Konzentration, Umgang mit Rückschlägen - da passt es ins Bild, dass der Anteil der Marathonläufer unter Unternehmenslenkern höher ist als im Gesamtschnitt der Bevölkerung. Vom Sport lernen heißt siegen lernen?

Zumindest markieren Lehmann & Co. damit die jüngste Ausprägung der Management-Beratung. War früher alles, was aus Japan kam, en vogue - "kaizen" zum Beispiel, folgte dann die grundsätzliche Popularität asiatischer Management-Deuter. Sun Tsu zum Beispiel und sein Büchlein "Die Kunst des Krieges". Amerika ging immer, wie der anhaltende Erfolg von Jack Welch zeigt. Nicht zu vergessen das Pop-Zeitalter der Management-Berater, die ihre Kunden über Kohlen laufen ließen oder sie mit Schlangen kränzten. Nun also die Sportler.

"Spitzensportler zeichnen sich dadurch aus, dass sie das Leistungsprinzip verstanden haben, durch Training auf strategische Ziele hinarbeiten und am Zeitpunkt x ihre volle Leistung abrufen und aktiv eine Entscheidung herbeiführen können", sagt Lado Fumic - selbst als Mountainbiker ehedem als Leistungssportler unterwegs und inzwischen Inhaber der Agentur Brand49. "Wer es schafft, diesen Antrieb in andere Lebensbereiche zu übertragen, gewinnt. Diese Eigenschaft verbindet den Sport und die Wirtschaft." Das schafft sogar den Platz für eine neue Art der Hochglanzliteratur: Stefan Glowaczs "10 Gebote, um Abstürze zu vermeiden" ist Bildband und Lehrbuch gleichermaßen. Bunt und beredt. Glowacz ist einer der bekanntesten deutschen Profi-Bergsteiger. Und hält Vorträge auch vor Managern. So wie auch Lehmann.

"Im Sport müssen rasend schnell unter permanenten Wettkampfbedingungen Entscheidungen getroffen werden", sagt er gegenüber manager magazin. Deswegen taugt Sport als Vorbild für Unternehmenslenker. "Das gilt nicht nur im Erfolg. Scheitern ist im Sport Teil der Entwicklung, aus der die Guten gestärkt hervor gehen, die Schlechten eben nicht."

Und der Zettel? Wurde für eine Million Euro vom Energieversorger EnBW bei der Spendengala "Ein Herz für Kinder" im ZDF ersteigert. Wie Lehman später sagen sollte, habe das Papier keine große Rolle gespielt. Auch das wäre eine Management-Lehre vom Sportler. Manchmal geht es eben nicht um die Information. Sondern nur um das Gefühl, informiert zu sein.

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