Sonntag, 22. Juli 2018

Karl-Erivan Haub weiter vermisst Sturm behindert Suche nach Tengelmann-Chef

Rettungshubschrauber könnten wegen des starken Windes gegenwärtig ihre Suche nicht fortsetzen

Die Zeit läuft den Rettungskräften davon. Jetzt behindert auch noch ein Sturm die Suche nach dem vermissten Tengelmann-Chef in der Schweizer Alpen. Wie lange die intensive Suche nach dem seit Samstag vermissten Milliardär noch fortgesetzt wird, ist offen.

Die Chancen, den seit Samstag in den Schweizer Alpen vermissten Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub noch lebend zu finden, schwinden. Ein starker Sturm am Gletscher des Klein Matterhorns in der Schweiz verhindert vorerst die weitere Suche. Die Rettungskräfte könnten nicht wie geplant ausrücken, sagte der Rettungschef von Zermatt, Anjan Truffer, am Donnerstagmorgen. Wann sich das Wetter bessere, sei zunächst nicht abzusehen.

Meteorologen hatten für Donnerstag Wind und Schnee im Suchgebiet vorausgesagt. Wie lange die Suche fortgesetzt wird, werde mit der Familie abgestimmt. "Nach drei bis vier Tagen muss man sich bewusst sein, dass die Überlebenschancen deutlich sinken", sagte Truffer.

Haub solle ein Lawinensuchgerät dabeigehabt haben. Bei guten Batterien könne das zwei bis drei Wochen Signale senden - wenn es eingeschaltet war. Es sei schon einmal ein Überlebender nach sechs Tagen gefunden worden, sagte Truffer. Der sei aber mit dickem Skianzug und Schlafsack bestens gegen die Kälte ausgestattet gewesen. Haug habe dagegen für seine als Kurztrip geplante Trainingstour nur leichte Kleidung getragen.

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Bild: REUTERS

Der 58-Jährige Karl-Erivan Haub ist einer der reichsten Deutschen. Das Vermögen der Unternehmerfamilie wird auf rund 4,2 Milliarden Euro geschätzt.

Der Unternehmer war am Samstag allein zu einer Skitour auf den Klein Matterhorn bei Zermatt aufgebrochen. An der Bergstation nahm eine Kamera noch sein Bild auf. Danach verliert sich seine Spur. Sein Handy war zu dem Zeitpunkt ausgeschaltet oder die Batterien waren leer. "Es ist wie die Suche nach einer Nadel im Heuhaufen", sagte Truffer.

"Wir empfehlen zwar immer, dass man Touren mit einem Bergführer unternimmt", sagte Truffer, der Haub von gemeinsamen Skitouren kennt. "Aber Haub bereitet sich immer seriös vor. Er wollte eine leichte Tour unternehmen, da kann man es vertreten, dass er allein unterwegs war."

In der Region gebe es Zigtausende Gletscherspalten, teils Hunderte Meter tief. Die bekanntesten seien abgesucht worden. Dabei ist jeweils ein Dreierteam im Einsatz, wie Truffer erläutert. Einer seile sich von der Gletscherkante ab, leuchte die Spalte mit einer Taschenlampe aus und suche nach Signalen eines Lawinensuchgeräts. Sie fanden in vier Tagen intensiver Suche aber keine Spur von Haub.

rei/mik/dpa

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