Mittwoch, 19. Dezember 2018

Streit um Millionen SKW verklagt Ex-Chefin Kolmsee auf Schadenersatz

Kolmsee: "Die von SKW erhobenen Vorwürfe sind mehr als fraglich"
Florian Jaenicke
Kolmsee: "Die von SKW erhobenen Vorwürfe sind mehr als fraglich"

Die Münchener Spezialchemiefirma SKW verklagt ihre frühere Chefin Ines Kolmsee auf Schadenersatz. Wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf eigene Informationen berichtet, hat SKW am Freitag Klage gegen mehrere Personen eingereicht, darunter Kolmsee. Der Streitwert beläuft laut Bericht auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag.

Grund für die Klage ist eine Abschreibung in Höhe von 84 Millionen Euro, die das SKW-Management nach Kolmsees Weggang vorgenommen hatte. Unter Kolmsee investierte die Spezialchemiefirma in Werke in Schweden und Bhutan. Beide Standorte seien faktisch wertlos, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf SKW-Kreise.

Das Management empfehle den Aktionären bei der Hauptversammlung am Dienstag, Kolmsee nicht zu entlasten. Ein Kolmsee-Sprecher sagte der Zeitung: "Die von SKW erhobenen Vorwürfe sind mehr als fraglich." Die 45-Jährige hatte SKW vor einem Jahr verlassen. Am 1. Mai dieses Jahres trat sie den Posten als Technikvorstand beim Oldenburger Versorger EWE an.

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Laut Bericht bestehen Zweifel, ob die Abschreibungen in der Höhe tatsächlich nötig waren. Firmenkreisen zufolge laufe vor allem das Werk in Bhutan weniger schlecht als vom Management dargestellt. SKW beschäftigt 1000 Mitarbeiter. Kolmsee sitzt zudem im Aufsichtsrat bei Umicore und Suez Environment. 2013 wurde sie als Managerin des Jahres ausgezeichnet.

ts

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