Sonntag, 24. Juni 2018

Abgasskandal Ermittler werfen Audi-Chef Stadler Betrug vor und durchsuchen seine Wohnung

Rupert Stadler: Die Ermittler werfen dem Audi-Chef Betrug und mittelbare Falschbeurkundung vor
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Rupert Stadler: Die Ermittler werfen dem Audi-Chef Betrug und mittelbare Falschbeurkundung vor

Nun hat der Abgasskandal auch Audi-Chef Rupert Stadler voll im Griff: Seit dem 30. Mai würden der Vorstandsvorsitzende der Audi AG sowie ein weiteres Mitglied des Vorstands der VW-Tochter aus Ingolstadt als Beschuldigte geführt, teilte die Staatsanwaltschaft München II am Montag mit.

Zur Sicherung von Beweismaterial seien am Montag die Privatwohnungen der beiden genannten Beschuldigten durchsucht worden. Den beiden Vorständen werde jeweils Betrug sowie mittelbare Falschbeurkundung zur Last gelegt. Hierbei gehe es um den Vorwurf, dass Dieselfahrzeuge mit manipulierter Software zur Abgassteuerung auf den europäischen Markt gebracht worden seien.

Ein Audi-Sprecher bekräftigte, die VW-Tochter kooperiere mit den Ermittlern. Volkswagen Börsen-Chart zeigen lehnte wegen der laufenden Ermittlungen eine Stellungnahme ab. Es gelte weiterhin die Unschuldsvermutung, sagte ein Sprecher.

Die Zahl der Beschuldigten in dem Ermittlungsverfahren habe sich damit auf 20 erhöht. Die Staatsanwaltschaften in München und Braunschweig ermitteln seit vielen Monaten in der Dieselaffäre gegen zahlreiche Beschuldigte bei Volkswagen und Audi.

Razzia in der Audi-Zentrale bereits im Februar

Anfang Februar hatten Ermittler die Audi-Zentrale in Ingolstadt und Büros im Werk Neckarsulm durchsucht. Wenig später wurden die Privatwohnungen und in einem Fall auch den Arbeitsplatz dreier weiterer Beschuldigter durchsucht. Bei zweien von ihnen handelte es sich nach Angaben der Münchener Staatsanwaltschaft um ehemalige Vorstandsmitglieder von Audi. Es bestehe der Verdacht, dass die Beschuldigten mitverantwortlich dafür gewesen seien, zumindest einen wesentlichen Teil der mit manipulierten Dieselmotoren ausgestatteten Fahrzeuge auf den Markt zu bringen, hatten die Ermittler damals mitgeteilt. Der betroffene Arbeitsplatz sei nicht mehr bei Audi angesiedelt.

Als einziger Beschuldigter kam der ehemalige Chef der Audi-Motorenentwicklung und Porsche-Entwicklungsvorstand in Untersuchungshaft. Er war im September 2017 festgenommen worden. Einer seiner früheren Mitarbeiter bei Audi in Neckarsulm war nach mehreren Monaten Untersuchungshaft im November 2017 wieder freigekommen. Audi-Chef Stadler selbst hat jede Beteiligung an den Manipulationen bestritten und konnte sich trotz interner Kritik bisher als Audi-Chef halten, weil die Eignerfamilien Porsche und Piech zu ihm halten.

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Für Volkswagen-Chef Herbert Diess könnten sich die Ermittlungen gegen Stadler zu einem Problem auswachsen. Denn er setzt auf den Audi-Chef beim Umbau des Konzerns. Stadler leitet die wichtige Premiumgruppe der Wolfsburger mit der Marke Audi an der Spitze.

mg/rtr/dpa-afx

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