Freitag, 14. Dezember 2018

Lufthansa-Finanzchefin Menne wechselt zu Boehringer Ingelheim

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Anerkannt, kompetent und starke Position im Vorstand - all das schreibt man der Lufthansa-Finanzchefin Simone Menne zu. Und dennoch verlässt die Top-Managerin die Airline vorzeitig. Jetzt ist klar warum: Die Managerin geht zum Pharmakonzern Boehringer Ingelheim.

Lufthansa-Finanzchefin Simone Menne wechselt zu Deutschlands zweitgrößtem Pharmakonzern Boehringer Ingelheim. Sie werde dort neues Mitglied der Unternehmensleitung und ebenfalls den Bereich Finanzen verantworten, teilte Boehringer Ingelheim am Freitag mit.

Lufthansa hatte am Donnerstagabend überraschend mitgeteilt, dass die 55-jährige um eine vorzeitige Beendigung ihres Vorstandsvertrages zum 31. August gebeten habe. Sie wolle "eine Möglichkeit zur persönlichen Weiterentwicklung nutzen". Insider berichten. dass Menne sich mit Vorstandschef Carsten Spohr nicht mehr gut verstanden haben soll.

Bei Boehringer fängt Menne zum 1. September an und tritt dort die Nachfolge von Hubertus von Baumbach an, der zum 1. Juli den Vorsitz der Unternehmensleitung übernimmt. Mit von Baumbach übernimmt erstmals seit 25 Jahren wieder ein Mitglied der Inhaberfamilie die Spitze der Unternehmensleitung. Er ist ein Urenkel von Albert Boehringer, der das Pharmaunternehmen 1885 gründete

Menne hatte den Posten bei der Lufthansa seit dem 1. Juli 2012 inne, der Vertrag wäre noch rund vier Jahre gültig gewesen. Über die Nachfolge soll dem Dax-Konzern zufolge zeitnah entschieden werden. Die Aktie der Lufthansa Börsen-Chart zeigen zählte mit einem Verlust von mehr als 4 Prozent am Freitag zu den größten Verlierern im Dax.

Die Lufthansa bedauerte die Entscheidung von Menne, die seit 1989 für den Konzern tätig war. "Sie hat Kurs gehalten und ist auch schwierigen Entscheidungen nie ausgewichen. Wir verlieren eine erfahrene Managerin", erklärte Wolfgang Mayrhuber, Vorsitzender des Aufsichtsrats.

Die Diplom-Kauffrau war eine der wenigen weiblichen Führungskräfte bei einem großen deutschen Unternehmen und startete 1989 ihre Karriere bei der Lufthansa als Revisorin. Anschließend begleitete sie zahlreiche Positionen im In- und Ausland.

Auch wenn sich die Aktie im Frankfurter Späthandel kaum bewegte, reagierten Experten überrascht. "Menne war bei Analysten und Investoren eine Schlüsselfigur in einer Zeit, in der die Lufthansa versucht, die Kosten zu senken", sagte der unabhängige Luftfahrt-Experte John Strickland.

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rei/Reuters

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