Montag, 10. Dezember 2018

Jung von Matt-Vorstand Peter Figge Warum es ohne Mark Zuckerberg nicht geht

Peter Figge: Der Herr der Werber

Werbung, Marken - weder das eine noch das andere geht ohne soziale Medien. Aber was ist der größte Fehler für Unternehmen im Netz? Und sollten Werbeagenturen überflüssig geworden sein? Ein Interview mit Peter Figge, Vorstand von Jung von Matt (JvM).

mm: Wie sehr haben soziale Medien Ihre Arbeit verändert?

Figge: Enorm. Denn wir haben durch die Entwicklung der sozialen Medien erstmalig die Möglichkeit bekommen, relevante Reichweiten mit spezifischem Targeting zu verbinden. Wir erreichen Menschen nicht nur nach Alter, Geschlecht, Einkommen oder anderen soziodemographischen Daten, sondern können ihr konkretes Verhalten zugrunde legen. Das bietet die Möglichkeit, deutlich relevantere Angebote zu machen, wirft aber auch die Frage nach dem gläsernen Menschen auf.

mm: Wie viel Digitales verträgt eine Marke eigentlich, bevor sie quasi ins binäre zerfällt?

Figge: Digital muss ja nicht fraktal bedeuten. Gerade bei vielen Ausdrucksformen, Kanälen, Technologien bleibt die klare Haltung einer Marke überlebenswichtig. Allerdings kann eine Marke heute mehr denn je "zuhören" und erkennen, welche Themen die Menschen mit Bezug auf die Marke interessieren und welche irrelevant sind. Ich sehe hier deutlich mehr Chancen als Gefahren für die Markenführung.

mm: Gibt es ein "must have" sozialer Netzwerke?

Figge: Bei aller Kritik führt zurzeit an Facebook kein Weg vorbei. Die Entwicklungen im Bereich Bewegtbild zeigen, wie schnell Verlagerungen von einem digitalen Ökosystem zum nächsten stattfinden können.

mm: Worin liegt der größte Fehler der Unternehmen im Umgang mit dem Digitalen?

Figge: Aus meiner Sicht wird bei der enormen Entwicklungsgeschwindigkeit nur derjenige erfolgreich sein, der auch bereit ist, Fehler zu begehen. Gerade bei großen Unternehmen gibt es häufig keine entsprechende Kultur, was dazu führt, dass zu wenige Lerneffekte in ausreichender Geschwindigkeit entstehen. Wichtig sind deshalb Test- oder Pilotprojekte.


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