Montag, 19. November 2018

Facebook-Mann und Trump-Fan Wie Whatsapp-Milliardär Koum Politik macht

Whatsapp-Erfinder Jan Koum

Mit Whatsapp wurde er berühmt und reich. Jan Koum startete die Messaging-App, die inzwischen weltweit von mehr als einer Milliarde Menschen genutzt wird, vor neun Jahren gemeinsam mit seinem Freund Brian Acton. 2014 verkauften beide ihre Erfindung an Facebook Börsen-Chart zeigen und wurden mit einem Erlös von 19 Milliarden Dollar auf einen Schlag zu Multi-Milliardären.

Zumindest zum weltgrößten sozialen Netzwerk allerdings vertreten die beiden einstigen Whatsapp-Partner inzwischen offensichtlich höchst unterschiedliche Standpunkte. Acton kehrte Facebook den Rücken und startete kürzlich mit einer Millionen-Investition bei einer Non-Profit-Organisation. Mehr noch: In diesen Tagen sorgt Acton für Aufmerksamkeit, weil er sich vor dem Hintergrund des jüngsten Datenskandals um die britische Firma Cambridge Analytica öffentlich für die Anti-Facebook Kampagne #DeleteFacebook stark macht.

Der gebürtige Ukrainer Koum dagegen ist Facebook Börsen-Chart zeigen treu geblieben. Im Management des Konzerns ist er nach wie vor für die Tochter Whatsapp verantwortlich.

Und damit nicht genug: Seinen persönlichen Facebook-Account, dem immerhin 90.000 Anwender folgen, nutzt Koum ebenfalls regelmäßig. Während sich Firmenchef Mark Zuckerberg heftiger Kritik wegen der möglichen Rolle Facebooks im vergangenen US-Wahlkampf ausgesetzt sieht, hat Koum dabei kein Problem, unverhohlen politische Botschaften zu verbreiten. Es erfordert zudem nicht viel Rechercheaufwand, um zu erkennen: Der Whatsapp-Erfinder ist offensichtlich ein glühender Verehrer von US-Präsident Donald Trump.

Die Frequenz, mit der Koum seine "rechten, sozio-politischen Posts" verbreitet, scheint sich im vergangenen Jahr noch einmal erhöht zu haben, schreibt die US-Website Quartz.

Hier einige Kostproben, beispielsweise Koum über US-Präsident Trump:

Oder über die Politik von Trump:

... über Trumps politische Gegner:

... und über die Mitarbeiter beziehungsweise Mitarbeiterinnen des US-Präsidenten:

Einen konservativen Standpunkt vertritt Koum offenbar auch beim Thema Einwanderung:

Aber wie kommt es eigentlich, dass Koum, der ja selbst kein gebürtiger US-Amerikaner ist, dem rechten Lager in den USA offenbar so nahe steht? Koum kam zwar nicht in Russland sondern in der ukrainischen Hauptstadt Kiew zur Welt. Dennoch gibt möglicherweise ein Artikel der US-Zeitschrift "The Atlantic" Aufschluss - gepostet auf Facebook, selbstverständlich von Jan Koum:

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