Freitag, 16. November 2018

Genossenschaftsbank baut um Doppelspitze soll DZ-Bank-Chef Kirsch ersetzen

DZ-Bank baut um: Wolfgang Kirsch (l.) gibt die Führung der Bank zum Jahresende 2018 ab. Sein Vertrag läuft eigentlich bis 2020. Uwe Fröhlich (Mitte) und Cornelius Riese (r.) sollen als neue Doppelspitze die Bank leiten

Die Fusion von DZ Bank und WGZ ist geglückt. Nun wird DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch überraschend sein Amt vorzeitig aufgeben. Eine neues Vorstandsduo ist bereits gefunden.

Die DZ Bank stellt nach der Fusion mit der WGZ die Weichen für eine Neuordnung ihrer Führungsspitze: DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch (62) gibt seinen Posten überraschend vorzeitig zum Jahresende 2018 ab. Zum 1. Januar 2019 bekommt das genossenschaftliche Spitzeninstitut in Frankfurt nach Angaben vom Dienstag eine Doppelspitze:

Uwe Fröhlich (56), derzeit Präsident des Bundesverbandes der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), und Cornelius Riese (42), derzeit Finanzvorstand der DZ Bank, sollen dann als Co-Vorstandsvorsitzende die Führung der Bank übernehmen.

Fröhlich werde zur Vorbereitung auf seine künftigen Aufgaben zum 1. November 2017 zunächst als Generalbevollmächtigter in die DZ Bank eintreten, teilte das Institut nach einer Aufsichtsratssitzung mit. Fröhlichs Nachfolgerin an der BVR-Spitze wird Marija Kolak aus dem Vorstand der Berliner Volksbank. Der BVR-Verwaltungsrat wählte Kolak am Dienstag einstimmig, wie der Bundesverband in Berlin mitteilte. Ihr Amt als BVR-Präsidentin nimmt Kolak voraussichtlich zum 1. Januar 2018 auf.

Kirschs Vertrag wäre bis 2020 gelaufen

Hintergrund des Vorstandsumbaus bei der DZ Bank sind Pläne, für das fusionierte Institut als Dach eine gemeinsame Holding zu schaffen. Die Ausgestaltung der Strukturen wird nach Einschätzung der Beteiligten die nächsten Jahre in Anspruch nehmen - voraussichtlich über die Dauer von Kirschs Amtszeit hinaus.

Kirsch führt die DZ Bank seit dem 15. September 2006, sein aktueller Vertrag wäre bis 2020 gelaufen. "Die juristische Ausgestaltung eines Holdingmodells ... erfordert eine umfassende Vorbereitung und Prüfung. Diesbezügliche Entscheidungen werden ... vom Jahr 2020 an zu treffen sein", erklärte die DZ Bank.

Nach fast einem halben Dutzend erfolgloser Anläufe hatten sich zum 1. August 2016 die beiden verbliebenen genossenschaftlichen Spitzeninstitute DZ (Frankfurt) und WGZ (Düsseldorf) zur Zentralbank für Deutschlands Volks- und Raiffeisenbanken zusammengeschlossen. Zur DZ-Bank-Gruppe gehören unter anderen die Fondsgesellschaft Union Investment, die Bausparkasse Schwäbisch Hall und die R+V Versicherung.

rei/dpa

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