Sonntag, 16. Dezember 2018

Renata Jungo Brüngger zieht in Daimler-Vorstand ein "Just do it": Diese Frau wird das neue Gesetz bei Daimler

Renata Jungo Brüngger: Neue Vorstandsfrau bei Daimler ab 2016

Newsletter "Absteiger, Aufsteiger, Umsteiger"

Daimler bekommt nach dem Wechsel von Christine Hohmann-Dennhardt zum krisengeschüttelten Rivalen Volkswagen eine neue Rechtschefin. Die Schweizerin Renata Jungo Brüngger werde zum 1. Januar 2016 das Vorstandsressort Integrität und Recht übernehmen, teilte der Stuttgarter Autokonzern am Mittwoch mit.

Die 54-jährige Juristin ist seit 2011 Leiterin des Bereichs Rechts bei Daimler und ist Expertin für Internationales Handelsrecht. Davor war sie als Rechtsberaterin beim Industrieausrüster Emerson Electric, zuletzt als General Counsel, und beim Handelskonzern Metro in der Schweiz tätig. Zum Berufseinstieg nach dem Studium arbeitete sie in Zürich für vier Jahre bei der Wirtschaftskanzlei Bär & Karrer.

Jungo Brüngger macht aus ihrem Ehrgeiz keinen Hehl. Auf die Frage, welchen Stellenwert das Thema Work-Life-Balance für sie hat, antwortete sie 2014 in einem Interview: ": Die Arbeit kommt ganz klar zuerst, aber diese bereitet mir ja auch Freude und macht einen großen Teil des "Life" aus. Ich versuche natürlich, am Wochenende Zeit mit meinem Mann zu verbringen, der weiterhin in der Schweiz lebt, selbst zur Ruhe zu kommen und vor allem - wann immer möglich - in den Bergen zu sein. Aber eine strenge Trennung gibt es da nicht."

Als Karrieretipp für junge Juristinnen nannte sie: "Warten Sie nicht darauf, dass Ihnen jemand Ihre Karriere auf dem Silbertablett serviert - sondern gestalten Sie selbst aktiv Ihre Karriere und Ihre Arbeit: Just do it!"

Hohmann-Dennhardt soll im neuen Jahr bei Volkswagen mithelfen, den Abgasskandal zu bewältigen. VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch hatte seinen Daimler-Amtskollegen Manfred Bischoff gebeten, die ehemalige Verfassungsrichterin dafür vorzeitig gehen zu lassen. Bei Daimler hatte sie nach Bestechungsvorwürfen der US-Börsenaufsicht die internen Kontrollen und Vorkehrungen gegen Rechtsverstöße auf Vordermann gebracht.

ts/Reuters

© manager magazin 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH