Samstag, 16. Februar 2019

Als Verwaltungsratschef abgesetzt Auch Mitsubishi feuert Ghosn

Das Dreierbündnis zerfällt langsam: Bei Nissan und Mitsubishi ist Carlos Ghosn (l., im Bild mit Mitsubishi-Chef Osamu Masuko) bereits als Verwaltungsratschef abgesetzt, Renault hält noch an ihm fest

Nach Nissan hat auch der japanische Autobauer Mitsubishi Börsen-Chart zeigen den in Haft sitzenden Renault-Chef Carlos Ghosn als Vorsitzenden des Verwaltungsrats entlassen. Dieses Amt werde Mitsubishi-Chef Osamu Masuko vorübergehend übernehmen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Ghosn hatte Mitsubishi vor zwei Jahren in die schon länger bestehende Allianz von Renault Börsen-Chart zeigen und Nissan Börsen-Chart zeigen aufgenommen.

Die japanischen Behörden nahmen Ghosn vor einer Woche fest, da dieser nach einem Untersuchungsbericht von Nissan Firmengelder für private Zwecke veruntreut und seine Einkünfte um rund die Hälfte zu niedrig angegeben haben soll. Ghosn soll die Vorwürfe nach unbestätigten japanischen Medienberichten zurückgewiesen haben. Nach japanischem Strafrecht kann er bis zu drei Wochen lang ohne Prozess festgehalten werden.

Während Nissan sich daraufhin von Ghosn als Verwaltungsratschef trennte, setzte Renault ihn wegen der noch nicht erwiesenen Anschuldigungen bisher nicht ab. Der französische Autokonzern wird bis auf weiteres operativ von Ghosns Vertreter Thierry Bolloré geführt. Renault ist zu 43,4 Prozent an Nissan und zu 34 Prozent an Mitsubishi beteiligt. Nissan wiederum hält einen Anteil von 15 Prozent an dem französischen Autokonzern, verfügt dabei aber über keine Stimmrechte.

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Ghosn gehört zu den charismatischsten Automanagern der Welt. Der in Brasilien geborene Franzose mit libanesischen Wurzeln hat den Bund aus den beiden japanischen Autobauern Nissan und Mitsubishi mit Renault zu ernstzunehmenden Rivalen aufgebaut, der es mit Branchengrößen wie Volkswagen und Toyota aufnehmen kann. Anleger fürchten nun ein Auseinanderbrechen des Dreierbündnisses, die Kurse der drei Autobauer fielen nach Bekanntwerden der Verhaftung deutlich ab.

mg/rtr

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