Mittwoch, 12. Dezember 2018

Reichster Belgier und Ex-Chef der Groupe Bruxelles Lambert tot Finanzinvestor Albert Frère gestorben

Investor Albert Frère verstorben

Der belgische Investor Albert Frère ist mit 92 Jahren gestorben. Das bestätigte seine Beteiligungsgesellschaft Groupe Bruxelles Lambert (GBL) am Montag. "Über mehr als drei Jahrzehnte hat sich GBL unter seiner Führung zu einer der größten Holdings in Europa entwickelt", hieß es in dem Nachruf.

Frère, der immer wieder große Fusionen und Übernahmen eingefädelt hatte, galt als reichster Belgier und wurde auch schon mal als "der Buffett Europas" betitelt. GBL ist derzeit mit rund 8 Prozent unter anderen einer der größten Aktionäre des Sportartikelkonzerns Adidas Börsen-Chart zeigen und war zuletzt mit gut 5 Prozent beim Anlagenbauer GEA eingestiegen. In der Schweiz hatte er zudem entscheidenden Anteil an der Fusion von Holcim Börsen-Chart zeigen mit der französischen Lafarge Börsen-Chart zeigen. Auch am Warenprüfkonzern SGS ist GBL beteiligt.

Seine letzten Funktionen bei GBL und deren schweizerischem Großaktionär Pargesa hatte Frère vor drei Jahren abgegeben. Dennoch blieb der Finanzspezialist einer der beherrschenden Aktionäre der Gruppe, die er seit den 1980er Jahren zusammen mit dem 2013 verstorbenen kanadischen Geschäftsmann Paul Desmarais aufgebaut hatte. Frères Erfolg führte schließlich auch dazu, dass er vom belgischen König geadelt wurde.

Angefangen hatte alles damit, dass Frère einen Schrauben- und Nagelhändler im belgischen Charleroi geerbt hatte. Im Alter von 17 Jahren verließ er daraufhin die Schule und kaufte rasch mehrere Stahlunternehmen zusammen. Bei GBL übernahm er 1982 die Kontrolle.

In der Folgezeit profitierte er immer wieder von großen Fusionen, die er als einer der ersten aktivistischen Aktionäre in Europa selbst anschob. So tauschte er auch seine Beteiligung am Fernsehkonzern RTL Börsen-Chart zeigen in ein 25,1-Prozent-Paket an Bertelsmann, scheiterte aber mit dem Plan, den Gütersloher Medienkonzern selbst an die Börse zu bringen. Am Ende kaufte Bertelsmann den Anteil für 4,5 Milliarden Euro von Frère wieder zurück. Heute wird GBL von Frères Schwiegersohn Ian Gallienne geführt, der auch dem Adidas-Aufsichtsrat angehört.

reuters/akn

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