Montag, 19. November 2018

Masayoshi Son präsentiert potenzielle Nachfolger So regelt der Softbank-Chef sein Erbe

Ein Nachfolger für Masayoshi Son: Das Kronprinzen-Triumvirat
REUTERS

Wer einst das Erbe von Softbank-Chef Masayoshi Son antreten und dessen Milliardenimperium in die Zukunft führen soll, diese Frage beschäftigt die Investorenwelt schon seit langem. Dabei ist Son erst 60 Jahre alt und hat angedeutet, seinen Job noch fünf bis zehn Jahre machen zu wollen. Bis der Nachfolger seinen Job antreten würde, dürfte es also noch eine Weile dauern.

Mit der Berufung dreier Manager zu Vizepräsidenten hat Son Spekulationen über seine Nachfolge nun wieder angefeuert. Der Posten den "Kronprinzen" war seit 2015 vakant, nachdem der damalige designierte Nachfolger Nikesh Arora nach Unstimmigkeiten mit Son über den Zeitpunkt der Zepterübergabe und die strategische Ausrichtung den Konzern verlassen hatte.

Zum neu gekürten Triumvirat gehören demnach der frühere Sprint-Chef Marcelo Claure, der Leiter des 100-Milliarden-Dollar schweren Softbank Vision Funds Rajeev Misra sowie der frühere Goldman-Sachs- Banker Katsunori Sago, der künftig die Strategie der Gruppe und dessen gesamte Investments überwachen soll.

Masayoshi Son, der gerne auf militärische Bilder zurückgreift, nannte Sago seinen "Leutnant", der ihm mit seinen Spezialkenntnissen im Finanzbereich an vielen Fronten hilfreich sein könne. Son hatte Sago nach mehr als 20 Jahren bei Goldman im April bei der Japan Post Bank abgeworben, deren Investment-Portfolio er verantwortete.

Rajeev Misra, ein ehemaliger Deutsche-Bank- und UBS-Manager, verantwortet von London aus den "Vision Fund" der Softbank, an dem neben den Japanern auch Apple, der Staatsfonds von Saudi Arabien, das Investmentvehikel Mubadala der Vereinigten Arabischen Emirate, Apple, Foxconn, Qualcomm und Sharp investiert sind.

Der frühere Sprint-Chef Claure ist aktuell COO der Softbank Group sowie COO der CEO der Softbank Group international.

Dass tatsächlich einer der drei einmal Sons Nachfolge antreten wird, ist angesichts von Sons Vorgeschichte allerdings nicht wirklich sicher.

Zumal Son auch über die 2010 gegründete Konzerneigene Softbank Akademie weiter nach einem potenziellen Nachfolger suchen lässt. In der Akademie, für die sich jedes Jahr Menschen unterschiedlicher Herkunft von inner- und außerhalb des Konzerns auf die rund 30 Akademie-Plätze bewerben können, bildet der Konzern seinen eigenen Nachwuchs aus. und auch Son selbst hält dort regelmäßig Vorträge. Erklärtes Ziel, der Akademie, die den legendären Samurai Sakamoto Ryoma als Vorbild nennt: Identifikation und Förderung eines Nachfolgers von Masayoshi Son.

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