Samstag, 23. Juni 2018

50 Cent und der angebliche Krypto-Glücksgriff Bitcoin-Millionen? Welche Bitcoin-Millionen?

Curtis "50 Cent" Jackson (Archivaufnahme von 2014)

Erst im Januar hatte sich Rapper 50 Cent (bürgerlich Curtis Jackson) eines Glücksgriffs gebrüstet: Mit einer frühen Wette auf den Erfolg der Digitalwährung Bitcoin wollte der US-Amerikaner knapp 8 Millionen Dollar verdient haben. In einem Gerichtsdokument, über das zunächst die US-Promi-Website "The Blast" berichtete, hält Jackson fest, dass er niemals Bitcoin oder einen digitalen Geldbeutel besessen habe.

Vor einigen Wochen hatte zunächst eine andere Promi-Website, TMZ, berichtet, Jackson habe seine Fans 2014 ein Album auch in Bitcoin bezahlen lassen. Die so zustande gekommene Summe an digitalem Geld sei bis zu 8 Millionen Dollar wert gewesen. Jackson selbst hatte den Bericht später auf seinen Social-Media-Accounts bestätigt, auf Instagram etwa einen Screenshot der Geschichte geteilt: "I forgot I did that shit. Lol."

Warum sich der Rapper damals zu einer Lüge herabgelassen hat? Alles eine Frage des Images, legen die neuen Dokumente nahe: So lange selbst falsche Geschichten in der Presse "mein Image oder meine Marke nicht irreparabel beschädigen, halte ich es üblicherweise nicht für nötig, sie öffentlich zu bestreiten." Dies sei "in besonderer Weise so, wenn ich das Gefühl habe, dass die jeweiligen Geschichten positiv für meine Marke sind."

Nun schwenkt Jackson jedoch auf ein noch älteres Narrativ um: Dass er nämlich eigentlich bankrott sei. Zwar habe er im Jahr 2014 durchaus Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptiert. Diese seien aber von einer dritten Partei in Dollar umgetauscht worden, bevor er sie erhalten habe - zu welchem Kurs der Umtausch erfolgt sei, geht aus den Dokumenten nicht hervor. CNBC berichtet, Bitcoin habe zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Albums bei etwa 660 Dollar notiert; Jacksons 700 Bitcoin seien damit etwa 460.000 Dollar wert gewesen.

Vor dem Hintergrund seiner Privatinsolvenz hatte Jackson bereits zuvor Social-Media-Posts erklären müssen. Nachdem er im Winter 2015/2016 mit einem Haufen Geldbündel posiert hatte, die das Wort "broke" ("pleite") buchstabierten, gestand er später auf Nachfrage eines Richters: Die Scheine waren bloß Requisiten.

luk

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