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03.09.2008
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Mittelstand

Mit der Schere nach Paraguay

Von Grit Beecken

3. Teil: Wirbel um die Berlin Fashion Week

Wirbel um die Berlin Fashion Week

Dort wurde Fuchs bislang zweimal für einen Modedesignpreis nominiert. Dadurch traf sie potenzielle Geschäftspartner. "Es kamen Anfragen von großen Einkäufern". Daraufhin habe sie sich schlau gemacht, ob ein Verkauf ihrer Modewaren in die USA möglich wäre. Aber: "Ein Hängeversand mit Einfuhrzöllen hätte die Produkte exorbitant verteuert", sagt Fuchs. "Das wäre nur realisierbar gewesen, wenn ich vor Ort gefertigt hätte".

Stoffschere: Fuchs hält die Produktion in einer Hand - der eigenen
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Stoffschere: Fuchs hält die Produktion in einer Hand - der eigenen

Nun setzt sie erstmal auf eine Expansion in Deutschland. Denn: "Vielleicht ändert sich das Geschäftsklima für kleine Labels in Deutschland nach dem Wirbel, der um die Berlin Fashion Week gemacht wird". In Deutschland gibt es laut Fuchs bislang nicht einmal international anerkannte Modedesignpreise. Anders als beispielsweise in der Filmbranche gibt es dementsprechend auch keine hohen Preisgelder, mit denen Projekte realisiert werden können.

Das schreckte Anna Fuchs vor acht Jahren nicht. Da kam sie gerade aus dem Ausland zurück. "Ich bin damals für ein Jahr nach Paraguay gegangen, mit einem One-Way-Ticket und einer Zuschneideschere - und habe meine erste Kollektion entworfen". Nach einiger Zeit kaufte sie sich dann doch ein Rückflugticket und wagte den Sprung.

"Ich kam vom Regen in die Traufe, weil ich nicht wusste, wie das alles geht", erzählt Fuchs. Aber sie habe es eben gelernt - unter hohem Kapitaleinsatz. "Hier steckt richtig viel Geld hinter", sagt die Designerin. Allein eine Musterkollektion müsse mit 20.000 bis 30.000 Euro vorfinanziert werden.

"Kalkulation muss man lernen", sagt Fuchs. Und die Art der Kalkulation ändere sich. "Es gibt mittlerweile zunehmend Kunden, die ihre Kleider anzahlen wollen und dann hier hängen lassen, bis sie bezahlt sind", berichtet die Designerin. Diesem Trend könne sie allerdings nicht folgen. "Das zerschießt meinen Cashflow", sagt sie.

In Einzelfällen sei sie aber trotzdem auf die Bitten eingegangen. Kleider seien schließlich eine "sehr emotionale Sache". "Es schmeichelt mir, dass Leute bereit sind, für Kleider ein Opfer zu bringen. In Zeiten, in denen es mal schwierig ist, muss man eben etwas flexibler sein. Es macht mich glücklich, dass meine Arbeit Menschen Freude geben kann".

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