Von Grit Beecken
Hamburg - Das Ziel klingt poetisch: "Ich will Frauen noch schöner machen". Der Weg zum Ziel klingt durchkalkuliert: "Kontrolle über alle Stufen der Wertschöpfungskette sowie schlanke, aber skalierbare Strukturen". Das alles vereint in einer zierlichen Person namens Anna Fuchs.
Die Gründerin des Modelabels "Anna Fuchs" empfängt auf schwindelerregend hohen Absätzen und in einem schwarzen Kleid. Die Aufmachung passt zu ihrem Ziel. Zum Weg hingegen passte eher ein Hosenanzug, könnte man meinen. Doch das ist ein Irrtum: "In einem Anzug sehen Frauen immer verkleidet aus - eben wie eine Frau in einem Herrenanzug. Das ist nicht authentisch", sagt Fuchs.
Authentizität scheint ihr wichtig zu sein. "Ich wusste, dass ich Mode entwerfen will und dafür erst das Handwerk erlernen muss". Fuchs lernte bei einer der letzten Haute-Couture-Schneiderinnen in Hamburg, setzte eine betriebswirtschaftliche Ausbildung drauf und gründete mit 26 Jahren ihr Label - inmitten einer kriselnden Branche.
Wie es scheint, hat sie es dennoch geschafft. Fuchs verkauft seit nunmehr acht Jahren ihre Mode - mit konstanten Umsätzen, wie sie sagt. In welcher Höhe diese liegen, darüber schweigt sie.
Dennoch: "Wenn in großem Stil Investoren vor der Tür stünden, dann könnte ich ganz anders auftreten - das ist doch klar", sagt Fuchs. Zwar habe es Anfragen von Kapitalgebern gegeben, bislang seien die Kontakte aber nicht fruchtbar gewesen. "Ich hatte noch nicht das Glück, dass jemand anklopft, der Kenntnisse in meiner Branche hat", sagt Fuchs. "Und ich lechze nicht nach Venture Capital. Ich verkaufe meine Seele nicht." Und wenn ein stiller Teilhaber anklopfte?
"Mit einem stillen Teilhaber würde man ein Wachstumsmodell entwickeln und darüber sprechen, wann er wieder aussteigen möchte", sagt sie. "Allerdings ist das Klima in diesem Bereich in Deutschland sehr mau". Und leider habe sich ein Investor wie Warren Buffett, der jüngst Ambitionen auf Investments im deutschen Mittelstand geäußert hatte, noch nicht gemeldet.
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