Von Kai Lange
Das Drama der Umsetzung
Es hapert also an der Umsetzung. Während Konzerne häufig ganze Strategieabteilungen mit der Aufgabe des Change Managements beschäftigen, fällt es kleineren und mittleren Unternehmen schwerer, die neuen Schwerpunkte in den täglichen Arbeitsprozess einzugliedern. Es geht darum, die als nötig und wichtig eingestuften Veränderungen in der Praxis abzuarbeiten.
Auch in der Studie der FH Bonn-Rhein-Sieg wird diese "Umsetzungslücke" deutlich. Zwar messen knapp 90 Prozent der Befragten dem Thema Innovation eine hohe bis sehr hohe Bedeutung bei, doch nur knapp 60 Prozent sehen sich in der Lage, die zur Umsetzung erforderlichen Instrumente in ausreichendem Maß zu nutzen.
"Change Management ist unterbewertet"
"Das Thema Change Management wird damit unterbewertet und müsste in den Unternehmen eine Aufwertung erfahren", folgert Wamser. Unternehmensberater könnten zwar analysieren und mögliche Veränderungen vorschlagen: "Doch nur interne Mitarbeiter können Veränderungen auch in die Praxis umsetzen."
Der Druck, Werte zu heben und die Wertsteigerungsstrategien mit verschiedenen Kreditgebern zu diskutieren, wird nach Einschätzung von Wamser zunehmen - und zwar unabhängig von der Eigentümerstruktur. Selbst wenn ein Unternehmen noch kein Private-Equity-Unternehmen an Bord hat, käme es nicht umhin, sich mit diesen Fragen auseinanderzusetzen.
Das Thema Wertsteigerung werde in den kommenden Jahren an Bedeutung zunehmen, ist die Mehrheit (61 Prozent) der befragten Unternehmer überzeugt. "Der Druck von außen wächst, doch viele Unternehmer sehen das sportlich", sagt Wamser. "Wer damit richtig umgeht, bleibt fit für den weltweiten Wettbewerb."
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