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10.07.2008
 

Werttreiber

"Powerpoint reicht nicht aus"

Von Kai Lange

Wer Geld für Wachstum braucht, muss möglichen Kreditgebern den Wert des Unternehmens darstellen - inklusive einer Strategie, wie sich dieser Wert steigern lässt. Die meisten Unternehmen sind sich über die aktuell wichtigsten Werttreiber einig, so das Ergebnis einer Studie. Doch dann fängt die Arbeit erst an.

Hamburg/Bonn - In Zeiten knapper Kredite muss man zeigen, was man kann und was man hat. Nachdem faule Kreditpakete in Milliardenhöhe geplatzt sind und tiefe Löcher in den Bankbilanzen hinterlassen haben, interessieren sich Kreditgeber wieder sehr genau für den Wert und das Steigerungspotenzial eines Unternehmens.

Wer darauf keine detaillierten Antworten parat hat, muss für seinen Kredit in der Regel mehr Geld bezahlen. Anders gesagt: Wer sich mit dem Thema "Werttreiber im Unternehmen" früh genug beschäftigt, dem fällt künftiges Wachstum operativ wie auch finanziell leichter.

Doch wie bemisst man den Wert eines nicht börsennotierten Unternehmens? Viele kleine und mittlere Unternehmen greifen bei der Bewertung unter anderem auf Branchenkennzahlen, die Marktstellung im Vergleich zur Konkurrenz sowie die eigene Produkt-Pipeline zurück. Auch die Innovationskraft fließt in die Berechnung ein: Transferraten geben zum Beispiel Auskunft darüber, in welchem Maße neue Entwicklungen nach einer bestimmten Zeit zur Umsatzentwicklung beigetragen haben.

Innovationen werden derzeit als der wichtigste Hebel gesehen, um den Wert eines Unternehmens zu steigern. Die große Mehrheit (87 Prozent) der 115 befragten Vorstände, Geschäftsführer und Bereichsleiter gab an, dass Innovationen eine hohe bis sehr hohe Bedeutung haben, zeigte eine Studie des MBA-Forschungszentrums der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg zum Thema "Werttreiber in Unternehmen".

Mit der Auflistung neuer Produkte ist das Thema Innovation jedoch nicht erledigt. "Im globalen Wettbewerb ist es längst nicht mehr ausreichend, mithilfe deutscher Ingenieurskunst eine überlegene Produktqualität zu liefern", sagt Christoph Wamser, MBA-Studiengangsleiter an der FH und Autor der Studie. Deutsche Unternehmen müssten darüber hinaus ihre Prozesse verbessern und auf diese Weise die Wertschöpfung optimieren: Auch auf dieser Ebene sei Innovation "ein entscheidender Faktor", sagt Wamser.

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