Von Kai Lange
Wer von den neuen Regeln profitiert
Steuervergünstigungen konzentrieren sich künftig vor allem auf Unternehmen aus dem Bereich Hochtechnologie. Für sie soll weiterhin ein ermäßigter Steuersatz von 15 Prozent gelten. Dies deutet auf ein neues Selbstverständnis der Volkswirtschaft hin: China sieht sich nicht mehr als "verlängerte Werkbank für die Welt", in der arbeitsintensive, aber technologisch eher anspruchslose Güter zu günstigen Preisen produziert werden.
Stattdessen will Peking technologisch anspruchsvolle Unternehmen ins Land locken und an deren Produkten mitverdienen.
"Die Struktur der chinesischen Wirtschaft soll sich zugunsten von Hightech-Investitionen weiterentwickeln", sagt Jan Becker, Partner bei der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC). Ziel der Volkswirtschaft ist, in der Wertschöpfungskette weiter nach oben zu klettern: Während auf ausländische Unternehmen, die in China vor allem arbeitsintensive Massenprodukte herstellen, im Regelfall eine höhere Steuerlast zukommt, dürften Technologieunternehmen von den neuen Prioritäten profitieren.
Der Reiz der "Super-Deductions"
"Das neue Unternehmensteuergesetz ist nur als generelles Rahmenwerk konzipiert, das detaillierte Festlegungen in weiten Teilen vermeidet", betont Becker. Unternehmen sollten daher in Ruhe prüfen, was die Änderungen für sie bedeuten und ob sie eventuell für die neue Förderung infrage kommen.
Die besondere Bedeutung der Technologieförderung in China wird nach Einschätzung des Ernst&Young-Experten Burkert nicht nur durch den ermäßigten Steuersatz für die Technologiebranche deutlich. Sie zeigt sich auch darin, dass der Forschungs- und Entwicklungsaufwand (F&E) für bestimmte neue Technologien, Produkte und Prozesse ebenfalls begünstigt werden soll. Geplant ist ein Steuerabzug, der den tatsächlich angefallenen F&E-Aufwand übersteigt (sogenannte Super-Deductions). Außerdem sind erhöhte Abschreibungen oder verkürzte Abschreibungszeiträume für bestimmte Wirtschaftsgüter möglich, die für technologische Forschung und Entwicklung eingesetzt werden.
In den Genuss der stärker fokussierten, branchenbezogenen steuerlichen Förderung sollen neben der Technologiebranche auch Unternehmen aus den Bereichen Umweltschutz, Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, Beteiligungskapital sowie Projekte zur Energie- und Wassereinsparung kommen. Der State Council wird dafür noch eine Förderungsrichtlinie erarbeiten.
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