Von Simon Hage
Hamburg - Früher ließ der Süßwarenhersteller Katjes Fassin seine Bonbons in Italien und Finnland herstellen. Doch diese Werke wurden Mitte des vergangenen Jahres dichtgemacht. Das Unternehmen hat die Arbeitsplätze verlagert - nach Deutschland.
Attraktiver Standort: Es gibt wieder Argumente, in Deutschland zu produzieren
Früher wurde ein Betrieb, der weiterhin erbittert im Hochlohnland produzierte, als schrulliger Außenseiter belächelt. Die Zeiten haben sich geändert. Inzwischen holen sich manche Unternehmen gezielt Produktionskapazitäten nach Deutschland. Stiebel Eltron, international agierender Hersteller von Warmwasser- und Heizgeräten, hat vor wenigen Wochen die Kunststofftechnikfertigung einer aufgekauften slowakischen Firma nach Eschwege verlagert.
Im dortigen "Kompetenzzentrum Kunststofftechnik" werden Technologie und Know-how gebündelt. Dadurch ist zwar nur eine Handvoll neuer Arbeitsplätze entstanden, doch zweifellos wurde das Werk in Hessen mit seinen rund 200 Beschäftigten gestärkt.
Gewiss, solche Maßnahmen können mehrere Gründe haben - die Konzentration von Kapazitäten zum Beispiel. Oder auch die Hinwendung zum wichtigsten Absatzmarkt. Fest steht jedoch: "Der Trend zur Stellenverlagerung ist gestoppt." Das erklärt Frank Wallau, wissenschaftlicher Geschäftsführer des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) in Bonn. Doch damit nicht genug: "Es gibt sogar Anzeichen für eine Rückverlagerung".
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