Hamburg - Trifft es sich nicht gut, dass die Rolling Stones dieser Tage ihr neues Album "A Bigger Bang" abgeliefert haben? Wenn es nach "Angie" geht, soll der parteilose Ex-Verfassungsrichter und Jura-Professor Paul Kirchhof demnächst auf die deutschen Staatsfinanzen und vor allem auf unser Steuerunwesen losgelassen werden. Ein passender Song von den Stones könnte dabei helfen, die Unionsstrategie besser zu verstehen.
Wie wäre es mit dem ersten Stück "Rough Justice"? Passt doch nicht schlecht zu der radikalen Vereinfachung im Kirchhof'schen Steuerkonzept. Oder "Sweet NeoCon"? Der Titel klingt nett, aber der Text wäre ein rüder Angriff.
Unionsmitglieder, die sauer sind, dass ihre Chefin plötzlich mit einem unbequemen Außenseiter daherkommt, würden vielleicht das Stück "Look what the Cat dragged in" vorschlagen. Passt aber alles nicht so richtig, irgendwie auch zu neu, es fehlt die Patina. Doch wenn es bei den Stones eins im Überfluss gibt, dann ist es Patina und beim Blättern im Werkverzeichnis der dienstältesten Rockband der Welt macht es auch schnell klick. Was steht für freie Radikale?
"Street Fighting Man"
Nicht wundern! Natürlich fehlt Professor Kirchhof alles Revoluzzerhafte, aber das war bei Robespierre auch so. Entscheidend sind die Inhalte, und da lässt der gute Mann es ganz schön krachen.
Ein klares Steuermodell, das mal eben vom Tisch fegt, was alle Parteien sich dazu an Wurschteleien für die Zukunft ausgedacht haben - von den Wurschteleien der Vergangenheit ganz zu schweigen.
Ein paar Tage später die Forderung nach einem Wahlrecht für Kinder und dann noch die Idee, unser Rentensystem tüchtig umzukrempeln. Da macht das Zugucken Spaß.
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