Unter dem Arbeitstitel "Fifteen Ways to leave your Lover" konzipiert und auf dem Höhepunkt der Heuschreckendebatte gestartet, werden Unternehmen in dieser Serie ermuntert, besser nicht in Deutschland zu investieren. Auch sonst werden nur wenige wirtschaftspolitisch inkorrekte Flegeleien ausgelassen. Zeit also für ein präfinales Resümee.
Für die deutsche Standortschelte im Wochentakt gibt es genug gute Gründe. Fast alle meinen, das deutsche Steuersystem sei ein Skandal und durchgreifende Änderungen seien seit langem überfällig. Doch leider ist nirgendwo Land in Sicht. Egal, ob man denkt, unsere Unternehmen zahlten hier zu wenig, angemessen oder zu viel Steuern; sie sind die Hauptleidtragenden des mittlerweile undurchdringbaren Steuerdschungels.
Ein byzantinisches System
Anders als der private Bürger muss sich jedes deutsche Unternehmen nämlich gleich mit einer Vielzahl von Steuern, deren Erforschungen, Ermittlungen, Erklärungen und Fallstricken herumschlagen.
Das beginnt mit Einkommensteuer oder Körperschaftsteuer, dann die unselige Gewerbesteuer, natürlich auch die Umsatzsteuer und schließlich die Lohnsteuer für Mitarbeiter und zudem die oft bizarren Wechselwirkungen dieser Steuerarten en gros und en detail.
Hinzu kommen je nach Branche oft noch diverse spezielle Steuern und Abgaben. Schon mal vom Feuerschutzsteuergesetz oder der Verpackungsteuer gehört? Nein? Seien Sie froh. Das ganze deutsche Steueruniversum ist unüberschaubar in einem byzantinischen System geregelt, kunstvoll, filigran und trickreich zusammengefriemelt, von diversen schwarzen Löchern punktiert - alles in allem eine Zumutung.
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