Mittelstandmanager magazin RSS  - Mittelstand


13.07.2005
Twitter GooglePlus Facebook

Unternehmensteuer

Finnische Alternative zur SPD

Von Justus Fischer-Zernin

4. Teil: Ausgerechnete Anrechnung

Ausgerechnete Anrechnung

Bei der Einkommensteuer, die Gewinne von Einzelunternehmen und Personengesellschaften betrifft, wird der "Anrechnungsfaktor der Gewerbesteuer von 1,8 auf 2,0 angehoben". Was will uns der Autor damit sagen? Besser nicht zu tief bohren, es wird schlicht zu abartig. Jedenfalls wird die Sonderbelastung für Einkünfte von Unternehmen dadurch abgemildert, dass die Gewerbesteuer mit Hilfe mysteriöser Kalkulationen im Wege einer Anrechnung die Einkommensteuer auf die Gewinne reduziert.

Reichensteuer: Die Taschen von Spendierhosen wollen schließlich gefüllt sein
Zur Großansicht
DPA

Reichensteuer: Die Taschen von Spendierhosen wollen schließlich gefüllt sein

Allerdings nur so ungefähr, es wird nämlich nicht die tatsächlich gezahlte Gewerbesteuer verrechnet, sondern ein mit Hilfe des Anrechnungsfaktors ermittelter Pauschalbetrag. Dieser liegt meist niedriger als die tatsächliche Gewerbesteuer, manchmal aber auch höher, abhängig vom örtlichen Gewerbesteuerhebesatz.

Mit der von der SPD propagierten Erhöhung des Anrechnungsfaktors wird es mehr Fälle geben, in denen Unternehmer auf ihre Einkünfte weniger Steuern zahlen als andere Steuerpflichtige. Meistens bleibt es aber umgekehrt. Komisch ist, dass im Manifest steht, mit der neuen Gewerbesteueranrechnung würden nun die meisten Kleinunternehmer von der Zusatzbelastung dieser Steuer befreit.

Ein beherztes "Weiter so!"

Laut Talkshow-Verkündungen von Regierungspolitikern soll diese Befreiung bereits vor Jahren stattgefunden haben. Mit der geforderten "Reichensteuer" - 3 Prozent höhere Einkommensteuer bei mehr als 250.000 Euro Jahreseinkommen - soll es schließlich zu einer Höherbelastung bei Beteiligten an gut gehenden Personengesellschaften und selbstständigen Vielverdienern kommen. Nachdem der Spitzensatz gerade von 45 Prozent auf 42 Prozent abgesenkt wurde, wird er nun wieder auf 45 Prozent erhöht.

Zumindest im letzten Punkt keine "Steuerpolitik der ruhigen Hand". Ansonsten schon, denn das Steuerkonzept der SPD lässt - trotz anders lautender Bekenntnisse - keine Ansätze zur dringend gebotenen Vereinfachung unseres überkomplizierten Steuersystems erkennen. Im Kern ist es ein beherztes "Weiter so!" - ungenügend in jeder Hinsicht.

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Weitere Artikel zu Diesem Thema

Verpatzte Förderung
Desaster um Cluster-Republik Deutschland
Krisenvorsorge
Mittelständler türmen reichlich Cash auf
Schiffdrachenhersteller
SkySails in höchster Not
Ölverarbeiter
Bis zum letzten Tropfen

© manager magazin online 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH












Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Angebote von A bis ZAngebote von A-Z
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Analysieren Sie online Ihren Standort im Vergleich zu den Besten mit CONTOR-REGIOContor-Regio:
Analysieren Sie
online Ihren Standort
Seminarmarkt: Tanken Sie KarrierewissenSeminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug?GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Handytarife: Finden Sie den passenden TarifHandytarife:
Finden Sie den passenden Tarif
Medführer: Finden Sie Ihren Arzt oder Ihre KlinikMedführer:
Finden Sie Ihren Arzt
oder Ihre Klinik
imedo Arztsuche: Ärzte, Therapeuten, Heilpraktiker und Apothekenimedo:
Ärzte, Heilpraktiker, Apotheken