Mittelstandmanager magazin RSS  - Mittelstand


31.05.2005
Twitter GooglePlus Facebook

Slowakei

Star Wars und platte Steuern

Von Justus Fischer-Zernin

5. Teil: Für deutsche Investoren einfach und niedrig

Slowakische Steuern einfach und niedrig

Auch wer nicht persönlich in die Slowakei auswandert - etwa weil ihn deutsche Fernseh-Talkshows nicht stören oder er sich seines Fernsehapparates in alter Rockstar-Manier mit einem Wurf vom Balkon entledigt - kann von den Vorteilen des slowakischen Steuersystems profitieren.

Errichtet ein deutscher Einzelunternehmer oder eine deutsche Personengesellschaft eine Niederlassung in der Slowakei oder gibt es eine Beteiligung an einer slowakischen Personengesellschaft, werden auf die dortigen Gewinne auch die 19 Prozent slowakische Steuern erhoben. Aufgrund des Doppelbesteuerungsabkommens mit der Slowakei bleiben diese Gewinne in Deutschland steuerfrei, auch wenn sie hier ausgezahlt werden.

Etwas anderes gilt, wenn eine Beteiligung an einer slowakischen GmbH besteht oder eine deutsche GmbH in der Slowakei eine Niederlassung hat. Die slowakischen Gewinne werden dort mit 19 Prozent besteuert, aber spätestens wenn sie von der slowakischen oder deutschen GmbH als Dividenden an die deutschen Beteiligten ausgeschüttet werden, kommt hier noch einmal das Halbeinkünfteverfahren zur Anwendung, womit bei hoher deutscher Einkommensteuer insgesamt 37 Prozent slowakische und deutsche Steuern auf die Uhr kommen können - immer noch deutlich weniger als bei einem deutschen Unternehmen.

Und es geht noch platter

Die beim deutschen "Jobgipfel" verkündete Absenkung der deutschen Körperschaftsteuer von 25 auf 19 Prozent orientierte sich an den 19 Prozent der Slowakei, wobei es aber mehr um ein psychologisches Signal ging, wie es die deutsche Steuerpolitik so liebt.

Bei uns kommt nämlich immer noch die Gewerbesteuer obendrauf, mit der wir - wenn die vereinbarte Senkung der Körperschaftsteuer vielleicht einmal Wirklichkeit wird - dann wieder bei 35 Prozent landen. Selbst wer meint, dass die Magie der Zahl 19 ausreichen könnte, um unser Steuersystem attraktiv zu machen, sollte noch ein paar Blicke riskieren.

Es geht nämlich noch platter: Rumänien hat eine Flat Tax von 16 Prozent, Serbien 14 Prozent, Ukraine 13 Prozent, Georgien 12 Prozent; für Tschechien sind ab 2007 15 Prozent und für Polen ab 2008 16 Prozent Flat Tax geplant. Ganz schön sexy, die Steuern im Osten. Und was ist mit der erotischen Strahlkraft unseres Steuersystems? Beim Wörtchen "flat" einfach den zweiten Buchstaben streichen!

Nächste Woche: Großbritannien - Gentleman bitten zur Kasse

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Weitere Artikel zu Diesem Thema

Verpatzte Förderung
Desaster um Cluster-Republik Deutschland
Krisenvorsorge
Mittelständler türmen reichlich Cash auf
Schiffdrachenhersteller
SkySails in höchster Not
Ölverarbeiter
Bis zum letzten Tropfen

© manager magazin online 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH












Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Angebote von A bis ZAngebote von A-Z
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Analysieren Sie online Ihren Standort im Vergleich zu den Besten mit CONTOR-REGIOContor-Regio:
Analysieren Sie
online Ihren Standort
Seminarmarkt: Tanken Sie KarrierewissenSeminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug?GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Handytarife: Finden Sie den passenden TarifHandytarife:
Finden Sie den passenden Tarif
Medführer: Finden Sie Ihren Arzt oder Ihre KlinikMedführer:
Finden Sie Ihren Arzt
oder Ihre Klinik
imedo Arztsuche: Ärzte, Therapeuten, Heilpraktiker und Apothekenimedo:
Ärzte, Heilpraktiker, Apotheken