Von Wolfgang Hirn
Dieses Staatsunternehmen bemüht sich auch im Iran um einen lukrativen Förderauftrag - sehr zum Ärger der Amerikaner. Mit allen Mitteln wollen diese ein Engagement Chinas im "Schurkenstaat" Iran verhindern. Sie drohen sogar den Chinesen, doch die stellen sich taub. Ein Sinopec-Manager sagt: "Wir beachten die US-Forderungen nicht."
Westliche Sicherheitsexperten fürchten, dass China verstärkt Allianzen mit arabischen Ölstaaten eingehen wird, die Terroristen unterstützen. Politik-Professor Eberhard Sandschneider urteilte gegenüber SPIEGEL ONLINE: "China könnte gezwungen sein, sich mit Regimen zu arrangieren, die nicht unbedingt auf der Freundesliste der USA stehen." Zum Beispiel mit dem Iran, mit dem inzwischen eine rege Öl-Diplomatie besteht.
Auch mit dem - im Westen nicht sonderlich beliebten - Syrien wurde im Sommer 2004 ein erstes gemeinsames Ölförderprojekt gestartet. Ob es eine bewusste Strategie der Chinesen ist, mit solchen eher geächteten Staaten Geschäftsbeziehungen einzugehen, ist schwer zu beweisen.
Tatsache ist jedoch, dass China einen Vorteil im Nahen Osten hat, weil es nicht so missionarisch auftritt wie die verhassten Amerikaner, die den arabischen Völkern die Heilsbotschaft der Demokratie predigen und als Besatzungsmacht empfunden werden. Die Chinesen hingegen gehen geschickter und pragmatischer vor - das wird ihnen mehr Sympathien einbringen.
Welche Strategie siegen wird - die wenig diplomatische amerikanische oder die subtile chinesische -, wird sich erst zeigen. Der amerikanisch-chinesische Konflikt um das Öl im Nahen Osten hat jedenfalls eben erst begonnen.
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