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18.04.2005
 

Herausforderung China

Der hungrige Riese

Von Wolfgang Hirn

Durch das exorbitante Wirtschaftswachstum steigen Chinas Hunger und Durst nach Rohstoffen aller Art. Ob Öl, Gas, Stahl oder Getreide - China muss immer mehr dieser Rohstoffe importieren. Deren Preise steigen auf den Weltmärkten. Am Ende könnten globale Kämpfe um die knappen Ressourcen stehen.

Die Autofahrer waren wieder einmal sauer. "Plötzlich" stiegen im Verlauf des Jahres 2004 die Benzinpreise exorbitant an. Der Ölpreis war auf über 40 Dollar pro Barrel emporgeschnellt.

 von 1985 bis 1988 und seit 1991 beim manager magazin, derzeit als Reporter. Einer seiner Arbeitsschwerpunkte ist Asien, insbesondere China. Dieser Essay ist die stark gekürzte Fassung eines Kapitels aus seinem neuen Buch "Herausforderung China".
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Manfred Witt

von 1985 bis 1988 und seit 1991 beim manager magazin, derzeit als Reporter. Einer seiner Arbeitsschwerpunkte ist Asien, insbesondere China. Dieser Essay ist die stark gekürzte Fassung eines Kapitels aus seinem neuen Buch "Herausforderung China".

Seit vielen Jahren wurde wieder ein Rekordhoch erreicht, fast wie zu Zeiten der Ölkrise im Jahr 1973. Die Ölkonzerne zitierten die üblichen Ursachen: der eskalierende Dauer-Konflikt im Nahen Osten und die anziehende Weltkonjunktur. Doch unter die altbekannten Argumente mischte sich zum ersten Mal eine völlig neue Erklärung: der Öldurst Chinas.

Das boomende China kann sich im Energiebereich nicht mehr selbst versorgen und muss deshalb immer mehr Öl auf den Weltmärkten kaufen. Die steigende Nachfrage aus China wird die Ölpreise immer weiter nach oben treiben.

Denn wächst Chinas Wirtschaft nur annähernd in dem bisherigen Tempo von 7 bis 9 Prozent pro Jahr weiter, braucht es immer mehr Öl, das Schmiermittel jeder Volkswirtschaft. Da gleichzeitig die Reserven im eigenen Land schwinden, müssen die Chinesen ihr Öl immer öfter auf den so genannten Spotmärkten einkaufen.

China wird somit zum Preistreiber bei Öl, auch wenn es sich in dieser Rolle überhaupt nicht gefällt. "Es gibt so viele andere Faktoren, die den Ölpreis bestimmen, zum Beispiel Währungsschwankungen, die Gefahr terroristischer Attacken und Spekulationen", redet Yu Jiao, Forscher beim Ölkonzern Sinopec Chart zeigen, die Lage schön.

Doch das ist nur die halbe Wahrheit, denn Tatsache ist: Rund die Hälfte des Ölpreis-Anstiegs basiert auf Chinas steigendem Öldurst, rechneten Experten der Internationalen Energie-Agentur (IEA) aus.

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