Von Wolfgang Hirn
Der ebenso unterhaltsame wie informative Newsletter "Xiu Cai", den der ehemalige Kammer-Geschäftsführer in Beijing, Jörg-M. Rudolph, herausgibt, hat eine nicht ganz vollständige Liste erstellt, welche ausländischen Unternehmen schon Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen (F&E) in China unterhalten. Die bezeichnende Überschrift über die drei Seiten lange Liste: "Der größte Tafelsilber-Transfer aller Zeiten."
Rund 400 der 500 größten Unternehmen der Welt haben in China bereits F&E-Zentren. Ob Auto-, Elektronik-, Pharma- oder Telekommunikationsfirmen - sie alle haben sich "erpressen" lassen.
Ein paar Beispiele: Motorola
unterhält 19 Technologiezentren in China, was das Telekom-Unternehmen bislang 300 Millionen Dollar gekostet hat. Die Konkurrenten Ericsson
, Nokia
und Siemens
haben große F&E- sowie Trainingszentren, wo sie - kostenlos versteht sich - Tausende ihrer Kunden schulen. Siemens unterhält in Beijing sein größtes Forschungszentrum für Mobilfunk außerhalb Deutschlands. "Das ist Teil unserer Verpflichtung, F&E nach China zu transferieren", sagt Wolfgang Klebsch, Chef des Zentrums. Rund 800 Chinesen arbeiten dort.
Microsoft
unterstützt mit Millionenbeträgen Professoren und Universitäten. IBM
schult 100.000 Software-Spezialisten in der vagen Hoffnung, dass sie ihre Hardware - sprich: Computer - kaufen.
Autohersteller General Motors (GM)
unterhält seit 1997 in Shanghai das PATAC, Pan Asia Technical Automotive Center. Dort entwickelt, designt und prüft GM seine Autos. Alle Geräte sind hoch entwickelt, bessere stehen auch nicht im Mutterhaus in Detroit. Gerade hat GM beschlossen, das PATAC nochmals für rund 200 Millionen Euro aufzurüsten. Zugang hat natürlich auch Joint-Venture-Partner Shanghai Automotive.
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