Von Kai Lange
Hamburg / Köln - So schlecht kann es um deutsches Know-how nicht bestellt sein: Im Jahr 1999 hatten deutsche Unternehmen mit dem Export von Ingenieurleistungen, Forschungsergebnissen, Patenten und Lizenzen noch rund zwölf Milliarden Euro verdient. Diese Summe ist seitdem stetig und bis zum Jahr 2003 um mehr als 50 Prozent auf 19,4 Milliarden Euro gestiegen, wie eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt.
Insgesamt ist die deutsche Leistungsbilanz im Geschäft mit Forschung und Ideen jedoch noch immer leicht negativ: Einnahmen von 19,4 Milliarden Euro stehen Ausgaben für ausländisches Know-how von 20,4 Milliarden Euro gegenüber, die Lücke beträgt rund eine Milliarde Euro (siehe Grafik). Doch diese Lücke, die 2001 noch rund sieben Milliarden Euro betrug, schließt sich: Die Einnahmen steigen, während die Summe der Ausgaben für ausländische Ideen-Importe sinken.
Dass der Ideen-Import zurückgeht, kann nach Angaben eines Sprechers des Kölners Instituts verschiedene Ursachen haben. Möglicherweise sind die heimischen Forscher und Denker so produktiv, dass weniger zugekauft werden muss. Andererseits kann aber auch schlicht die Konjunkturschwäche der Grund für den Rückgang sein: Deutschland brauche nach wie vor Know-how aus dem Ausland, könne sich aber immer weniger leisten.
Zumindest im Vergleich mit den asiatischen Handelspartnern ist die deutsche Leistungsbilanz gesund: Kunden in Asien lassen sich deutschen Erfindergeist einiges kosten. 2,6 Milliarden Euro gaben Kunden aus Fernost im Jahr 2003 für technologische Dienstleistungen aus Deutschland aus - mehr als eine Milliarde Euro mehr, als sie selbst durch den Verkauf von Ideen und Patenten nach Deutschland erzielt haben.
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