Donnerstag, 9. Februar 2012, 02:10 Uhr

manager magazin



Mittelstandmanager magazin RSS  - Mittelstand

Alle Artikel und Hintergründe

06.10.2003
 

Steuerflucht

"Dann verschwinden hier zehn Milliarden Euro"

Von Martin Scheele

2. Teil: "Selbst Liechtenstein ist auf der Hut"

mm.de: Nehmen wir an, ich habe zehn Millionen Euro geerbt und möchte möglichst keine Steuern zahlen, was muss ich machen?

Merten: Kein Schwarzgeld?

mm.de: Genau!

  Und tschüss:  Herr Becker verabschiedet sich aus Deutschland, geht in die Schweiz
Zur Großansicht
DDP

Und tschüss: Herr Becker verabschiedet sich aus Deutschland, geht in die Schweiz

Merten: Das wird schon schwierig. Sie können Beträge in beliebiger Höhe ins Ausland bringen, nur sind die ja hier offiziell erfasst. Sie haben dann nur die Möglichkeit, bestimmte Ertragsgutschriften nicht hier zu deklarieren. Der Fiskus kann allerdings nicht kontrollieren, wie viel Zinsen Sie bei einer Schweizer Bank tatsächlich bekommen haben. Bestimmte, nicht näher bezeichnete Banken sind in der Lage, Ihnen überarbeitete Depotauszüge zu geben. Nehmen wir an, Sie bekommen zehn Prozent, dann stellen die Ihnen Belege von fünf Prozent aus, dann haben Sie fünf Prozent drüben frei.

Ein anderer Weg wäre der über das Gold-Depot. Also, wenn Sie das Geld in Gold anlegen und im Depot sichern. Dann gibt es zwar keine Erträge, Sie können sich aber trotzdem auf das Gold einen Kredit geben lassen, das erfährt der deutsche Staat nicht. Natürlich können sie das Gold ja auch in kurzer Zeit wieder verkaufen - so kann man dem Fiskus ein Schnippchen schlagen.

mm.de: Und wenn wir von Schwarzgeld sprechen?

Merten: Verschiedene Faktoren haben dazu geführt, dass die ganze Sache mit Bargeldeinzahlungen bei Banken im Ausland komplizierter geworden ist. Zu nennen sind die Folgen des 11. September und die verschärften Geldwäschebestimmungen der OECD.

Selbst Liechtenstein ist ja auf der Hut. Vor kurzem konnten Sie da noch locker ein, zwei, drei Millionen einschleusen. Mittlerweile sind Treuhänder verpflichtet, den Namen ihres Mandanten der Bank offen zu legen - die Bank ist aber nicht verpflichtet den Namen weiter zu geben. Einzige Ausnahme: Der deutsche Staat weist Ihnen ein Steuervergehen nach.

  Noch nicht tschüss:  Infineon-Chef Schuhmacher liebäugelt mit dem Wegzug des Unternehmens in die Alpenrepublik
Zur Großansicht
DPA

Noch nicht tschüss: Infineon-Chef Schuhmacher liebäugelt mit dem Wegzug des Unternehmens in die Alpenrepublik

mm.de: Das hört sich ja für Leute à la Dagobert Duck nicht so gut an.

Merten: Es ist nicht aller Tage Abend. Man muss nur eine gesellschaftliche Konstruktion wählen, also das Geld anonymisieren, damit es nicht unter die EU-Zinssteuerrichtline fällt.

mm.de: Die EU-Zinssteuerrichtlinie ist seit einigen Monaten in Kraft, und wird von den Finanzministern sehr gefeiert...

Merten: .. zu Unrecht, sie ist als harmlos anzusehen. Bis 2010 gelten für Österreich, Belgien und Luxemburg Ausnahmetatbestände. So lange funktioniert das Bankgeheimnis noch bei denen. Die Erhebung einer Quellensteuer (zunächst 15 Prozent, 2008: 20 Prozent) geschieht ja nur analog zu den anderen EU-Staaten. Und die Nicht-EU-Länder Schweiz und Liechtenstein sind derzeit ohnehin ausgenommen.

mm.de: Wer Schwarzgeld aber in den Ländern angelegt hat, die bei der Zinssteuerrichtlinie mitmachen, für den wird es eng.

Merten: Die Personen werden namentlich bekannt und können sich auf eine Anzeige gefasst machen.

Diesen Artikel...

Social Networks

  • Twitter
  • Facebook
  • MySpace
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Folkd
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • Newsvine
  • reddit
  • StumbleUpon
  • Windows Live
  • Yahoo! Bookmarks
  • Yigg

© manager magazin Online 2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH












Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service manager magazin mobilmm mobil Twitter-FeedsTwitter-Feeds
Angebote von A bis ZAngebote von A-Z SPIEGEL-Gruppe - Nachdruckrechte und LizenzenNachdrucke WährungsrechnerWährungsrechner
Ihr persönliches DepotDepot Newsletter-Abo: managerupdateNewsletter-Abo Werbung buchenWerbung buchen
E-MailE-Mail RSSRSS-Newsfeed Info: Wir über unsWir über uns
KurseKurse Der Shop von manager magazin und Harvard Business ManagerShop manager-magazin.de als Startseite einrichtenmm.de als Startseite
Partnerangebote
Analysieren Sie online Ihren Standort im Vergleich zu den Besten mit CONTOR-REGIOContor-Regio:
Analysieren Sie
online Ihren Standort
Seminarmarkt: Tanken Sie KarrierewissenSeminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
imedo Arztsuche: Ärzte, Therapeuten, Heilpraktiker und Apothekenimedo:
Ärzte, Heilpraktiker, Apotheken
Handytarife: Finden Sie den passenden TarifHandytarife:
Finden Sie den passenden Tarif
Medführer: Finden Sie Ihren Arzt oder Ihre KlinikMedführer:
Finden Sie Ihren Arzt
oder Ihre Klinik
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug?GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Nach oben