Mittwoch, 20. März 2019

Umfrage unter deutschen Arbeitnehmern Lieber Geld als Glück

15 Trends: Das ist die Arbeitswelt der Zukunft
DPA

Was macht deutsche Arbeitnehmer im Job zufrieden? Der Arbeitsmanagement-Experte Wrike hat für seinen "Happiness Index" rund 4000 Vollzeitbeschäftigte aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich und den USA befragt. Für die Deutschen stand das Gehalt dabei klar an erster Stelle, gefolgt von dem Gefühl, eine sinnvolle Arbeit zu erledigen, flexiblen Arbeitszeiten und/oder der Möglichkeit, von zu Hause zu arbeiten, dem Bürostandort, der Unternehmenskultur und der Führungskultur.

Nur knapp jeder dritte der befragten Deutschen hat in seiner beruflichen Karriere schon einmal einen Job angekommen, der glücklicher machte, aber weniger Geld einbrachte. In den USA hingegen haben mit 58 Prozent nahezu die doppelte Anzahl der Befragten schon einmal ein geringeres Gehalt für mehr Zufriedenheit eingetauscht. In Großbritannien ist es mit 54 Prozent mehr als jeder Zweite, Frankreich liegt mit 32 Prozent auf Platz drei im internationalen Vergleich.

Je höher auf der Karriereleiter man sich umschaut, desto mehr verändern sich allerdings diese Zahlen. Im höheren Management und in der Führungsspitze haben jeweils rund die Hälfte der befragten Deutschen schon einmal die Zufriedenheit über das Gehalt gestellt. Für alle gilt: Je unwichtiger deutschen Arbeitnehmern das Gehalt ist, desto glücklicher sind sie an ihrem Arbeitsplatz - oder umgekehrt, die Kausalität kann ja in beide Richtungen gegeben sein: Nur 18 Prozent der sehr glücklichen Befragten nennen auf die Frage, welche Extras für die Zufriedenheit bei der Arbeit am wichtigsten seien, das Gehalt. Sie legen mehr als ihre weniger zufriedenen Kollegen und Kolleginnen Wert auf Firmenevents, firmeneigene Fitness-Studios oder kostenloses Mittagessen.

17 Prozent der deutschen Teilnehmer würden lieber an vier Tagen pro Woche länger arbeiten, um einen Tag länger Wochenende zu haben. Aber nur 2 Prozent würden für eine 4-Tage-Woche weniger Geld in Kauf nehmen. Besonders die insgesamt eher oder sehr unzufriedenen Mitarbeiter glauben, dass eine kürzere Arbeitswoche sie konzentrierter und produktiver machen würde.

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Das Arbeiten von zu Hause aus ist ein wichtiger Wohlfühl-Faktor: Nur 16 Prozent der Befragten, die in ihrem Job sehr zufrieden sind, geben an, dass sie keine Möglichkeit haben, von Zuhause zu arbeiten, während es bei den überwiegend Zufriedenen (35 Prozent), überwiegend Unzufriedenen (44 Prozent) und Unglücklichen (41 Prozent) deutlich mehr sind. In den USA und in Großbritannien arbeiten mehr als die Hälfte der befragten Mitarbeiter regelmäßig im Homeoffice, in Frankreich 40 und in Deutschland 37 Prozent. Fast ein Drittel der befragten Deutschen hat überhaupt keine Möglichkeit, die Arbeit außerhalb des Büros zu erledigen.

International gibt es Einigkeit darüber, was im Berufsleben am meisten nervt. Auf die Frage, was sie am liebsten aus dem Arbeitsleben verbannen würden, nannte rund ein Viertel aller Befragten Meetings und Telefonkonferenzen.

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