Montag, 22. Januar 2018

Ruf doch mal an! Warum Sie im neuen Jahr öfter telefonieren sollten

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Sobald das Telefon klingelt, würden Sie am liebsten flüchten? Selbst eine Wurzelbehandlung beim Zahnarzt scheint erstrebenswerter, anstatt zurückzurufen? Sie sind damit nicht allein: Viele Menschen telefonieren nicht gern. Aber gerade in Zeiten der Digitalisierung heben Sie sich wohltuend ab, wenn Sie häufiger zum Hören greifen und mündlich kommunizieren.

Test: Finden Sie mit unserem Selbstcheck heraus, welcher Telefontyp Sie sind!

Claudia Fischer
  • Copyright: Christian Jungwirth
    Christian Jungwirth
    Claudia Fischer ist Telefontrainerin, zertifizierter Coach und Fachbuchautorin.

Denn ein Telefonat ist beziehungsfördernd, meist effektiver als E-Mails, macht Spaß und bringt schnell Resultate, Erfolge und Umsatz. Machen Sie 2018 zu Ihrem Jahr - nichts wie ran an den Hörer!

"Ich bin momentan nicht erreichbar und rufe Sie auch nicht zurück!" So eine Anrufbeantworter-Ansage ist Ihnen noch nicht untergekommen, oder? Dabei wäre es nur ehrlich! Fakt ist: immer weniger Menschen telefonieren heutzutage noch. Da werden lieber zehn E-Mails hin und her geschickt, anstatt die Sache einmal vernünftig zu besprechen.

Warum immer weniger junge Menschen telefonieren

Insbesondere unter jungen Menschen scheint eine regelrechte Anruf-Phobie zu herrschen. Schauen Sie sich mal auf der Straße um: Da wird eifrig getippt oder lässig eine Sprachnachricht aufgenommen. Aber telefonieren, in aller Öffentlichkeit? Das tun eher die älteren Semester. Der Grund dafür ist so simpel wie mächtig - Angst. Es könnte ja schließlich zu einem peinlichen Missverständnis kommen. Oder uns fällt partout keine Antwort auf die spontan gestellte Frage ein. Vielleicht kommt der Anruf auch zur falschen Zeit, der Gesprächspartner ist gestresst und hat schlechte Laune.

Am Telefon neigen wir auch dazu, jedes Wort auf die Goldwaage zu legen. Das ist nur menschlich, denn uns stehen in dieser Situation keine nonverbalen Signale zur Verfügung. Wir müssen also mit den Informationen vorlieb nehmen, die wir aus der Stimme unseres Gesprächspartners gewinnen können. Doch negative Vorannahmen und Interpretationen schlagen uns ein Schnippchen. Wieso klingt er so abweisend? Mag er mich nicht? Schwingt da nicht ein schnippischer Unterton mit? Im direkten Gespräch würden ein Blick ins Gesicht des Gegenübers sofort die Antwort liefern. Am Telefon hingegen verunsichert uns so etwas zutiefst. Kein Wunder also, dass sich viele Jugendliche beim Klingeln lieber totstellen und die vermeintlich sichere Variante der schriftlichen Kommunikation wählen.

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